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Pfander Ernst Herzog bestritt seine 38. und letzte «Molchneta»

Alp Ausser-IseltenAm Samstag wurde im Schwand auf der Alp Ausser-Iselten «gmolchned», das heisst, der Alpnutzen wurde abgeholt. Dass Käse und Anken gerecht verteilt wurden, lag in den Händen von Pfander Ernst Herzog. Der 80-Jährige tat dies zum 38. und letzten Mal.

Wenn das Senntum Wilderswil der Bergschaft Ausser-Iselten den Alpnutzen teilt, ist das kein Anlass für Touristen und andere Schaulustige. Die «Molchneta» vom letzten Samstag war aber doch etwas Besonderes. Zum ersten Mal konnten die Käse mit Fahrzeugen über die im Rohbau fertige Erschliessungsstrasse (siehe Kasten) abgeholt werden und zum letzten Mal teilte Pfander Ernst Herzog den Alpnutzen. Er tat dies nach althergebrachtem Ritual nach genauen Berechnungen und zur Zufriedenheit aller. Die Kapelle Wilergruess steuerte lüpfige Weisen zur guten Stimmung bei. Die Alp Iselten Die gutgrasige Alp Iselten, südöstlich der Schynigen Platte auf Gemeindegebiet von Gündlischwand gelegen, teilt sich in die Inner-Iselten (auch Herren-Iselten genannt, weil Bern diesen Teil der Alp an Herren und nicht an Bauern verkaufte) und die Ausser-Iselten (Bauern-Iselten). Die Bauern-Iselten umfasst die zwei Sennten (Züügli) Gündlischwand und Wilderswil. Für das Senntum Wilderswil standen diesen Sommer die Schwaigerin (Meistersenn) und Käserin Claudia Steiner (Frutigen) und der Senn Godi Sauser (Sigriswil) im Einsatz. Die 52 Kühe, die sie betreuten, lieferten Milch für rund fünf Tonnen Käse . «Claudia het der Chäs guet gmacht u Godi het ne guet pflegt», rühmte Pfander Herzog. Das erstaunte eigentlich nicht, denn die beiden sind erfahrene Älpler. Claudia Steiner stand während 15 Jahren auf der Alp Stierechumi (Niesenkette) und 7 Jahre auf der Alp Üschene im Einsatz, Godi Sauser wechselte auf diesen Sommer hin von der Inner- auf die Ausser-Iselten. Herzogs 38. Alpsommer Der Wilderswiler Ernst Herzog wird am kommenden 22. Wymonet 80-jährig. Im letzten Frühjahr hatte er nach 37 Jahren als Pfander des Wilderswiler-Züügli demissioniert. Als sein Nachfolger wurde der Interlakner Ueli Balmer – Ryche Bäbis Ueli – gewählt. Da dieser aber für zwei Monate nach Kanada verreiste, liess Herzog seinen 37 Alpsommern einen 38. folgen. Als Pfander der Bergschaft Ausser-Iselten bleibt er weiterhin im Bergrat. «I ha no nie lätz teilt», stellte Herzog zufrieden fest, «äs ischt en ehrlichi Sach un äs söll e so blybe.» Nicht wie in all den zurückliegenden Jahrzehnten erfolgte aber nun der Abtransport des Käses. Bis 1968 wurde er vom Käsespeicher Schwand (unterster Stafel der Bauern-Iselten) steil hinunter nach Gündlischwand «gschlittnet». Ab 1969 diente eine Seilbahn zum Abtransport. Und nun konnte also erstmals die im Rohbau bis in den Schwand erstellte Erschliessungsstrasse benützt werden. «Dass diese Strasse trotz grosser Widerstände der Umweltverbände und jahrelanger Ungewissheit gebaut werden kann, freut mich ausserordentlich», verriet Ernst Herzog, der einige Anekdoten aus vergangener Zeit zum Besten gab. Er wird auch an der «Choschtneta» (Alpabrechnung) vom 22.Oktober noch einiges zu erzählen wissen.Ueli Flück>

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