Zum Hauptinhalt springen

Planspiele im Hightech-Cockpit

Auf dem Waffenplatz Thun erhielten die Truppen

In einer feierlichen Zeremonie wurde dem Mechanisierten Ausbildungszentrum (MAZ) der Schweizer Armee in Thun gestern offiziell der grösste Simulationsverbund der Schweizer Armee mit modernsten Schiess-, Gefechts- und Taktiksimulatoren übergeben. Rüstungschef Jakob Baumann erhielt von Ulrich Sasse, CEO der Bremer Herstellerfirma Rheinmetall Defence Electronics, symbolisch den Schlüssel für die neuen Trainingssimulatoren. Bei den neuen Simulatoren handelt es sich um verbesserte und ausgebaute Softwareversionen der bestehenden Panzertrainingsprogramme Eltam (Elektronischer Taktiksimulator für mechanisierte Verbände) und Elsa (Elektronische Schiessausbil-dungsanlage). Gebäude mussten keine zusätzlichen gebaut werden, und die Innenausstattung wurde nur vereinzelt angepasst. 1666 km2 Übungsfläche Eltam und Elsa verfügen über originalgetreu nachgebaute Kampffahrzeugkabinen mit 360- Grad-Aussensicht auf Bildschirmen und Originalsound. Via Funk sind die Fahrzeuge miteinander verbunden. Eltam dient primär zur Schulung des Kaders, es können strategische und logistische Übungen bis auf die Stufe Bataillon (1000 Mann) simuliert werden. Mit Elsa werden Panzersoldaten ausgebildet. «Eltam und Elsa der neusten Generation verfügen über eine erweiterte Geländedatenbasis von nun 1666 Quadratkilometern. Dies entspricht etwa der Grösse des Kantons Freiburg», so Hans-Jörg Feller, Projektleiter Armasuisse. Auf der Übungsfläche befinden sich 459 Ortschaften und zahlreiche Landschaften etwa mit Wäldern, Feldern und Gewässern. Neu bewegen sich im virtuellen Raum auch Einzelpersonen und Zivilfahrzeuge, mit denen der Umgang geübt werden soll. Ausserdem wurde die Bildqualität auf den Bildschirmen verbessert. Eltam und Elsa kosteten bislang insgesamt rund 295 Millionen Franken. Gemäss Baumann konnte somit das Budget eingehalten werden. Weniger Lärm und Abgase Dank der Simulatoren können Übungen durchgeführt werden, die im Gelände vor allem aus Platzgründen nicht möglich wären. «Weil die Schweiz kleinräumig und dicht bebaut und die Ausbildung der Armeeangehörigen kurz ist, begann die Schweizer Armee sehr früh mit Simulatorentraining und verfügt heute über eine der modernsten Einrichtungen der Welt», sagte Rüstungschef Baumann nicht ohne Stolz. Die Ausbildung im Simulator biete zahlreiche Vorteile. So könnten die Bedingungen wie Wetter- und Tageszeit frei gewählt werden, was das Training äusserst effizient mache. «Ausbleibende Treibstoffemissionen entlasten zudem die Umwelt», betonte Korpskommandant Dominique Andrey. Auch die Bevölkerung profitiere von den Simulatoren, da sie vor Lärm, Abgasen und Verkehrsbehinderungen weitgehend verschont bleibe. Für die Thuner ein wichtiges Argument. «Der Schiesslärm konnte dank der Simulatoren beträchtlich reduziert werden», so Andrey. Er fügt aber gleich hinzu, dass man auf echte Übungen im Gelände nie ganz werde verzichten können. Miriam Schild>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch