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Post: Rekordergebnis dank Postfinance

PostDie Post erzielte 2010 den höchsten Gewinn ihrer Geschichte. Vor allem das Finanzgeschäft verhalf ihr zum guten Resultat. Die Post will den Gewinn dazu nutzen, im Hinblick auf die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft Reserven aufzustocken.

Letzten September zeichnete sich das gute Ergebnis ab. Bereits zu diesem Zeitpunkt kam die Post auf einen Gewinn von 746 Millionen Franken für die ersten neun Monate. Das Tempo hielt sie bis zum Jahresende durch: Die Schweizerische Post erwirtschaftete 2010 einen Gewinn von 910 Millionen Franken, ihr bestes Ergebnis überhaupt. Konzernchef Jürg Bucher begründet das gute Ergebnis so: «Die Paketmenge nahm zu, zudem wurde die Effizienz gesteigert, und Kosten wurden gesenkt. Und Postfinance-Kunden brachten mehr Geld.» Der Gewinn vor Steuern kletterte bei der Postfinance um 28 Prozent auf 575 Millionen Franken. «Der Hauptgrund dafür sind die Kostendisziplin und das Zinsgeschäft», sagt Bucher. Doch der stattliche Beitrag von Postfinance mache ihm nicht nur Freude, denn die Abhängigkeit sei immer noch zu gross. 60 Prozent des Konzerngewinns steuerte Postfinance bei. «Hier besteht ein Ungleichgewicht. Die Post ist in erster Linie ein Kommunikations- und Logistikkonzern und nicht eine Bank», so Bucher. Gemäss dem vom Parlament im Dezember verabschiedeten neuen Postorganisationsgesetz wird Postfinance in eine Aktiengesellschaft überführt und der Finanzmarktaufsicht (Finma) unterstellt. «Die Arbeiten dafür laufen und sind auf Kurs. Die Zusammenarbeit mit den Behörden ist eng», so Bucher. Die Finma werde bestimmen, wie viel Eigenkapital wann erforderlich sei. Für die Unterstellung unter die Finma braucht Postfinance eine Bewilligung nach Bankengesetz. Diese soll im laufenden Jahr bei der Finma beantragt werden. Trotz der Bewilligung wird es Postfinance weiterhin nicht möglich sein, selbstständig Kredite und Hypotheken zu vergeben. Eigenkapital für Postfinance Von ihrem Gewinn liefert die Post 200 Millionen Franken an die Bundeskasse ab, 100 Millionen Franken sollen in die Pensionskasse fliessen. 303 Millionen Franken werden den Reserven zugewiesen. Im Hinblick auf die Umwandlung von Postfinance in eine AG soll damit insbeson-dere die Eigenkapitalbasis der Finanztochter gestärkt werden. Briefkästen später leeren Immer noch rote Zahlen verzeichnet das Poststellennetz. Darum prüft die Post eine weitere Rationalisierung. «Es wird weiterhin 3600 Zugangspunkte geben», so Bucher. Es ist zu erwarten, dass weitere Poststellen in Agenturen umgewandelt werden. Um die Kundenzufriedenheit zu verbessern, sollen ab diesem Sommer 90 Prozent aller Briefkästen in der Schweiz wieder nach 17 Uhr geleert werden. Gut frequentierte Kästen sollen laut Bucher sogar nach 19 Uhr geleert werden. «Keine Kündigungen» Angst macht den Postboten momentan das umstrittene Projekt «Distrinova», bei dem die Briefsortierung in den Briefzentren noch stärker automatisiert werden soll. Künftig soll es möglich sein, dass ein Postbote morgens seinen Dienst antritt und die Post für seine Tour nach der Reihenfolge der Haushalte bereits sortiert ist. Bisher haben Briefträger einen grossen Teil dieser Arbeit von Hand erledigt. «Distrinova»-Testversuche laufen in Kriens, Lausanne und St.Gallen. Die Erfahrungen sind laut Briefpostchef Ulrich Hurni sehr gut. Pösteler und Gewerkschaften befürchten, dass nach der Einführung des Systems mehr als tausend Briefträger weniger gebraucht werden. Hurni sagt jedoch: «Einen Kahlschlag wird es nicht geben – auch keine Kündigungen.» Ob das System eingeführt wird, wird in den nächsten Monaten entschieden. Dies braucht laut Hurni Zeit. Ein Abbau werde langsam stattfinden. Er werde durch Frühpensionierungen und die natürliche Fluktuation aufgefangen. Rahel Guggisberg>

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