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Premiere gleich auf der Bühne

Mein erstes Konzert im Mokka war zugleich mein erster Besuch in diesem Lokal überhaupt. Ich war damals 15 Jahre alt. Vom Hörensagen wusste ich, dass dort viele grosse Konzerte stattfanden, die von unterschiedlichsten Leuten besucht wurden. Man sagte sich, dass man gut sein müsse, um dort aufzutreten, was somit für unsere bescheidene Band wohl keine Auftrittsmöglichkeit bedeutete. Dann aber machte der Club Werbung für die Thuner Regionaltonwoche. Lokale Bands erhielten die Gelegenheit, die Mokka-Bühne während 20 Minuten zu bespielen. Prompt wurden auch wir angenommen. Am Tag unseres Auftritts warteten alle Auserwählten versammelt in einem dunklen, verrauchten Raum und unterhielten sich. Etwas nervös beobachtete ich das für mich teils fragwürdige Verhalten anderer Musiker und war eigentlich darüber enttäuscht, wie klein das Mokka war. Auf einmal wurde es totenstill. Ein grosser Mann hinter einer grossen Brille trat mit friedlichen Worten an die Leute und orientierte bestimmt über den Ablauf des Abends. Das also war der MC – eine wahrhaftig imposante und facettenreiche Erscheinung, die es trotz ihrer freundlichen Art verstand, mir ein bisschen Angst zu machen. Er lotste uns an eine bunt dekorierte Tafel und liess ein vortreffliches Mahl servieren. So musste es wohl den ganz Grossen in der Musik erge- hen Man kam aus dem Staunen nicht mehr raus. Und doch ging plötzlich alles ganz schnell; die erste Band eröffnete, die zweite folgte, dann wir und – vorbei. Unsere 20 Minuten nutzten wir voll aus, und ich wusste, dass wir den Grundstein zum Berühmtwerden gelegt hatten. Die Jury, die alle Bands bewertete, schrieb zwar eine vernichtende Kritik über uns. Doch unserer Euphorie konnte dies nichts mehr anhaben. Berühmt wurden wir zwar nicht – aber immerhin hatten wir im grossen Mokka gespielt. Das Thuner Kultlokal Café Mokka feiert in dieser Saison das 25-Jahr-Jubiläum. In unserer Serie «Mein Mokka» äussern sich Thunerinnen und Thuner sowie bekannte Künstler zu ihrer Beziehung zum Mokka. >

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