Zum Hauptinhalt springen

Regazzonis Tore als Wegbereiter

Die Young Boys haben dem Druck standgehalten und am Sonntag beim FC St.Gallen 2:1 gewonnen. Damit liegen die Berner weiter vier Punkte vor

Vladimir Petkovic gestikulierte wild an der Seitenlinie, beinahe die gesamte Berner Belegschaft auf der Bank deutete mit hektischen Zeichen an, dass die Nachspielzeit längst abgelaufen sei, doch Schiedsrichter Claudio Circhetta pfiff immer noch nicht ab. Es kam zu einem weiteren Eckball für St.Gallen und zum nächsten und schliesslich tatsächlich zum letzten. Und dann, endlich aus YB-Sicht, war die Veranstaltung zu Ende – und der 2:1-Sieg der Young Boys Realität. «Das war ein ganz wichtiger Erfolg für uns», sagte Petkovic. Bei den Young Boys ärgert man sich ja ein bisschen über die Spielplangestalter, und denen hat man mit dem hart erkämpften Erfolg in der AFG-Arena ein Schnippchen geschlagen. Noch immer beträgt der Vorsprung auf den Titelrivalen aus Basel jedenfalls vier Punkte, und psychologisch gesehen gehen die Berner sogar als Sieger aus dieser Runde hervor. Zwar hatte sich der FCB am Samstag gegen Aarau ebenfalls 2:1 durchgesetzt, doch ein Sieg in St.Gallen ist zweifellos höher zu gewichten, zumal YB nachlegen musste. Und die Basler müssen jetzt mindestens zwei Monate auf den verletzten Torjäger Alex Frei verzichten, der mit einem Armbruch ausfällt (Seite 16). Darauf angesprochen witzelte Petkovic am Sonntagabend: «Was, Frei ist verletzt? Das habe ich gar nicht gewusst.» Und dann sagte der YB-Trainer: «Das ist natürlich schade für das Schweizer Nationalteam, aber es interessiert mich nicht. Wir müssen auf uns schauen.» Lustrinellis Wert fürs Team Auch den Young Boys fehlten in St.Gallen zahlreiche Stammspieler, das Lazarett nahm beinahe Mannschaftsstärke an. Neben David Degen (Pfeiffer’sches Drüsenfieber) fehlten mit den kurzfristig an einer Magen-Darm-Grippe erkrankten Ivorern Gilles Yapi und Seydou Doumbia zwei weitere Leistungsträger, wobei Doumbia Ende Woche möglicherweise sogar an einer leichten Lebensmittelvergiftung gelitten hatte. Das Spital hat der Torschütze vom Dienst wieder verlassen, und in St.Gallen wurde Doumbia vom letzten der zahlreichen neu verpflichteten Angreifer, Mauro Lustrinelli, ersetzt. Lustrinelli hatte in der Vorrunde acht Treffer für Bellinzona erzielt – und damit ein Tor mehr als alle anderen YB-Akteure, die gestern in der Startformation standen, zusammen. Den Grundstein zum ersten Auswärtssieg in der Super League seit Ende Oktober (7:1 in Bellinzona) legte YB nicht mit einer brillanten Vorstellung, aber mit bemerkenswerter Effizienz. St.Gallens Trainer Uli Forte formulierte das so: «Wir kassierten in unserer Druckphase das 0:1 und nach der Pause in einer weiteren Druckphase das 0:2. Das ist bitter.» Alberto Regazzoni erzielte beide Tore für YB mit präzisem Torschuss, das 0:1 in der 37.Minute nach schönem Zuspiel Scott Sutters, das 0:2 in der 65.Minute nach einem Konter über Mario Raimondi und Lustrinelli. Beim ersten Tor allerdings war Regazzoni im Abseits gestanden, doch wenige Minuten später wurde Lustrinelli fälschlicherweise aus Offsideposition zurückgepfiffen. Fleissig, aber nicht brillant Von spielerischer Leichtigkeit waren die fleissigen Young Boys in St.Gallen weit entfernt, nach Moreno Merendas Anschlusstor (79.Minute) zitterten sich die Gäste über die Zeit, liessen dabei aber wenig zwingende Chancen zu. In Abwesenheit Doumbias wurden jedoch die Konter fahrlässig ausgeführt, und der eingewechselte Matar Coly vergab die grösste Chance unmittelbar vor der abschliessenden Eckballtriplette der St.Galler kläglich. Gestohlen haben die cleveren Young Boys den Erfolg jedenfalls nicht, und für ihr angeschlagenes Nervenkostüm ist der Erfolg in der AFG-Arena bestimmt beruhigend. Und nach der anstrengenden Begegnung in St.Gallen dürfen die YB-Spieler ihre zahlreichen Blessuren am Montagmorgen beim gemütlichen Badeplausch pflegen. Fabian RuchYB-Noten und Telegramm Seite 16 >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch