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Flughafen begräbt alte Bauprojekte

Der Flughafen Bern-Belp schreibt drei Infrastrukturprojekte ab. Am geplanten Ausbau ändere sich aber nichts, sagt der Direktor.

An zwei von drei der abgeschriebenen Projekte wird festgehalten, ein neuer Hangar wird derzeit aber nicht benötigt.
An zwei von drei der abgeschriebenen Projekte wird festgehalten, ein neuer Hangar wird derzeit aber nicht benötigt.
Archiv

Das waren umtriebige Zeiten im Belpmoos. Vor rund fünf Jahren reichte der Flughafen Bern-Belp beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) gleich drei Gesuche für wichtige Infrastrukturprojekte ein. Das erste Gesuch betraf im Dezember 2014 den Bau eines neuen Hangars, den eine Drittfirma im Belpmoos bauenwollte. Im Mai 2015 folgte das Begehren für ein neues General Aviation Center samt einer Energiezentrale. Gleichzeitig stellte der Flughafen auch noch das Baugesuch für ein neues Standlauf-Shelter. Damit sollte bei Triebwerkstandläufen der Lärm reduziert werden.

Gesuche abgeschrieben

Alle diese Gesuche standen im Zusammenhang mit der vierten Ausbauetappe. Seit mehr als zehn Jahren plant der Flughafen diesen grossen Ausbauschritt. Bis jetzt wurde er aber noch nicht umgesetzt.

Nun aber wurden die drei Gesuche allesamt abgeschrieben. Das geht aus den Verfügungen hervor, welche das Bazl veröffentlichte. Demnach machten die Vertreter des Flughafens im vergangenen November dem Bazl bei einem Treffen klar, dass sie auf diese Projekte verzichten und sie zurückziehen. Was bleibt, sind ein paar Tausend Franken, die der Flughafen dem Kanton für diverse Fachberichte noch zahlen muss.

Gesuche abgeschrieben

Die drei Projekte lägen weit zurück und seien «Altlasten», sagt Urs Ryf, seit einem halben Jahr Direktor des Flughafens Bern-Belp. Es sei klar, dass diese Pläne in dieser Form nicht mehr reaktiviert würden. «Sie belasten nur die Administration.»

Deshalb habe das Bazl angeregt, diese Gesuche abzuschreiben. Und das sei nun auch geschehen. Im Fall des Hangars stand schon lange fest, dass das Vorhaben nicht realisiert wird. Die Firma Swiss Flight Services aus dem Kanton Neuenburg, die den Hangar bauen wollte, zog das Vorhaben «aufgrund der geänderten Ausgangslage» rasch zurück. Bereits im Juli 2015 stellte der Flughafen deshalb das Sistierungsgesuch.

Schwierige Suche

Die abgeschriebenen Projekte bedeuteten allerdings nicht, dass die vierte Ausbauetappe vom Tisch sei, betont Ryf. An den Projekten wie dem General Aviation Center oder dem Standlauf-Shelter halte der Flughafen fest. Nur hätten sich die Bedürfnisse in der Zwischenzeit geändert. Darum würden die Bauprojekte entsprechend angepasst und zu einem späteren Zeitpunkt beim Bazl eingereicht.

Im Herbst 2017 wies das Bundesgericht Beschwerden gegen die vierte Ausbauetappe zurück. Es ebnete damit den Weg für das Ausbauprojekt. Der Ausbau soll 18 Millionen Franken kosten. Der Kanton Bern sicherte mittels eines Darlehens 2 Millionen Franken zu.

Die Suche nach Investoren ist allerdings schwierig – auch angesichts der aktuellen Situation. Zwar war das Crowdfunding für die neue Airline Flybair erfolgreich – sie wird ab Mai Ferienflüge ab Bern-Belp anbieten. Im Betrieb muss sie sich aber erst noch beweisen. Bei Bedarf führe der Flughafen Gespräche, sagt Direktor Ryf. Und er lässt durchblicken, dass der Ausbau so bald nicht umgesetzt werde.

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