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Robert Durtschi gibt nach 48 Jahren ab

48 Jahre lang war Robert Durtschi Ackerbaustellenleiter in Uetendorf. «Seit 1962 hat sich alles

«Robert Durtschi vereinigt die drei H in sich», sagt Uetendorfs Vize-Gemeindepräsident Alois Christen (SVP). «Als Ackerbaustellenleiter war er mit Herz und Hingabe bei der Sache. Er zeigte aber auch Härte, wo dies nötig war.» «Ich habe meine Arbeit immer gern gemacht und dafür viel Zeit investiert», erwidert Durtschi. «Doch mein Alter und die immer restriktiveren Vorgaben für die Bauern haben mich zum Aufhören bewogen.» Seit Zweitem Weltkrieg Der Ackerbaustellenleiter ist das Bindeglied zwischen Landwirten und Behörden. Das Amt wurde während der Anbauschlacht im Zweiten Weltkrieg geschaffen. Damals musste der Amtsinhaber darüber wachen, dass die Bauern genügend Getreide und Gemüse anbauten. Auch als Durtschi 1962 Ackerbaustellenleiter wurde, stand diese Kontrollfunktion im Zentrum seiner Aufgaben. Er musste den Landwirten auf die Finger schauen und dafür Sorge tragen, dass diese die Vorgaben der Behörden einhielten, zum Beispiel genau jene Flächen bewirtschaften, zu welchen sie verpflichtet waren. Manchmal musste er hart sein und die Bauern zur Ordnung rufen. «Als Landwirt habe ich immer darauf geschaut, mit gutem Beispiel voranzugehen.» Auch die Zollrückerstattung für den Treibstoff, den die Bauern brauchten, fiel in sein Ressort. Alles wurde anders Was hat sich seit 1962 für den Ackerbaustellenleiter verändert? «Alles», sagt Durtschi bestimmt. Bei der Unterstützung der Bauern durch die öffentliche Hand gab es in den Neunzigerjahren den Wechsel zu den Direktzahlungen. Vorher ging es darum, so viel zu produzieren, wie es vom Staat erwünscht war. Dann kamen ökologische Grundwerte ins Spiel. Die Bauern wurden fortan nicht nur für ihre Arbeit finanziell unterstützt, sondern auch für Nichtarbeit, indem sie beispielsweise Teile ihres Landes nicht mehr bewirtschaften, damit sich selten gewordene Pflanzen wieder vermehren können und Kleintiere auf den ex- statt intensiv genutzten Flächen einen Lebensraum finden. «In gewisser Hinsicht wurde es mit dem Systemwechsel einfacher», sagt Durtschi. «Auf der anderen Seite ist das Formularwesen heute viel anspruchsvoller.» Obwohl Robert Durtschi sein Amt abgibt, bleibt er der Landwirtschaft verbunden. «Ich helfe meinem Sohn auf dem Hof. Gestern zum Beispiel bin ich lange Traktor gefahren, weil ich das noch immer gut kann.»Marc Imboden Robert Durtschis Nachfolger als Ackerbaustellenleiter von Uetendorf heisst Thomas Lanz, ist 35-jährig und ebenfalls von Beruf Landwirt. >

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