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«Roman Josi hat eine rosige Zukunft»

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Welche Erinnerungen haben Sie an die Schweiz und speziell an Langnau? Lane Lambert: Ich erlebte sechs wunderbare Jahre in der Schweiz, einem Land mit hoher Lebensqualität. Das Spezielle in Langnau waren die enthusiastischen Fans, welche in der Ilfishalle für eine grossartige Stimmung sorgten. Auf dem Eis waren Sie sehr erfolgreich, vor allem an der Seite Kelly Glowas. Ja, wir hatten viel Spass und richteten beim Gegner ziemlich viel Schaden an. Skoren war unser Job – und den machten wir gut. Sprechen Sie noch etwas Deutsch? Ein bisschen (Lambert sagt diese zwei Worte in Deutsch). Leider weiss ich nicht mehr viel; ich war seit 1996 nicht mehr in der Schweiz. Mein Französisch ist besser, denn ich spielte auch in Ajoie und La Chaux-de-Fonds. Verfolgen Sie das Schweizer Eishockey noch? Ja, ziemlich intensiv. Ich weiss, dass der Modus geändert hat, und könnte Ihnen viele in der Schweiz spielende Ausländer aufzählen. Die AHL ist eine Ausbildungsliga für die NHL. Wie wichtig ist es, Erfolg zu haben? Die beiden Ziele gehen Hand in Hand: Gewinnen ist Teil der Entwicklung der Spieler, eine gute Entwicklung führt dazu, dass man mehr gewinnt. Wir wollen in der ganzen Organisation eine Kultur des Erfolgs etablieren. Die Anzahl Siege ist freilich nicht das einzige Kriterium für Erfolg, aber das Team und die Spieler müssen sich in die richtige Richtung bewegen. Bleibt bei 80 Partien in der Qualifikationsrunde überhaupt Zeit für die Ausbildung der Spieler? Es gibt während des Jahres Phasen, in denen das Training im Vordergrund steht, und Phasen, in denen die Mannschaft fast nur Spiele austrägt. Du kannst trainieren, so viel du willst – entscheidend ist, ob du in der Lage bist, dein Potenzial im Match umzusetzen. Das ist der Schlüssel, genau wie im Golf: Allein mit dem Schlagen von Tausenden von Bällen auf der Driving Range wirst du kein guter Golfer. Unsere Spieler müssen sich abrackern, das stimmt. Aber das gehört nun mal zur Entwicklung. Was ist entscheidend, wenn man eine Mannschaft im Wissen coacht, dass die Spieler lieber in Nashville wären? Ich muss in der Garderobe eine gute Atmosphäre schaffen, damit die Spieler an der harten Arbeit Spass haben. Ich sage ihnen klipp und klar: Ihr wollt alle nach Nashville in die NHL, aber der Weg nach Nashville führt über Milwaukee. Die Spieler sind nicht nur Teamkollegen, sondern auch Konkurrenten. Ist das ein Problem? Wenn die Chemie in der Mannschaft stimmt, kann sich ein Spieler auch darüber freuen, wenn ein Kollege nach Nashville berufen wird. Wie hat sich Roman Josi im nordamerikanischen Eishockey zurechtgefunden? Wirklich gut. Jeder Spieler, ob er aus Europa, einem Universitätsteam oder einer Juniorenliga kommt, benötigt eine gewisse Anpassungszeit. Bei Roman verläuft die Entwicklung sehr, sehr schnell. Er ist ein äusserst eifriger und intelligenter Spieler, der versteht, was auf dem Eis abläuft. Trotz der grossen Fortschritte müssen wir mit ihm noch an einigen Dingen arbeiten. Woran zum Beispiel? Seine Spielübersicht ist grossartig, seine Fähigkeiten in der Offensive sind gewaltig. Aber er muss noch an Kraft zulegen und sein Abwehrverhalten verbessern, denn seine Plus-Minus-Bilanz ist negativ. Weshalb gewähren Sie ihm sehr viel Eiszeit? Weil er ein dominanter Spieler und für uns nicht zuletzt im Powerplay sehr wichtig ist. Viel Eiszeit ist für ihn kein Problem, weil er sehr effizient spielt. Stehen Sie mit den Verantwortlichen der Nashville Predators regelmässig in Kontakt? Ja, jeden Tag! Wird Josi in der nächsten Saison wieder in Milwaukee oder in Nashville spielen? Das werden wir sehen, denn das hängt von seiner Entwicklung ab. Roman wird dereinst in der NHL spielen, und er ist der NHL schon jetzt sehr nahe – keine Frage. Aber wir wollen sichergehen, dass wir unsere Spieler erst nach Nashville senden, wenn sie dazu bereit sind. Wechselt einer zu früh in die NHL, kann dies seine Entwicklung hemmen, weil er sich verletzt oder das Selbstvertrauen verliert. Roman Josi hat eine rosige Zukunft, das wissen wir. Es geht darum, ihn so vorzubereiten, dass er in der NHL möglichst von Anfang an produktiv sein kann. Interview: ar>

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