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Saaner feiern ihre Turn-Tradition

gstaadDie Turnerbewegung Saanenland feierte am Samstag in der Turnanlage

«Man muss die Feste feiern, wenn sie fallen»: Das gilt sonst auch für die Turnerinnen und Turner im Saanenland. Damit es aber zum Fest «100 Jahre Turnen im Saanenland» kommen konnte, dafür brauchte es viel Überzeugungsarbeit durch die vier Initianten Fritz Würsten, Armin Hauswirth, Benz Hauswirth und Hanspeter Grundisch. Die Jungen, so Hanspeter Grundisch, wollten nicht, dass man 100 Jahre Turnverein Saanen-Gstaad feiert, weil der TV Saanen-Gstaad 2002 aufgelöst wurde und unter Einbezug des Damenturnvereins eine Wiederauferstehung feierte. Die vier Urheber der Feierlichkeiten versuchten sodann, die verworrene Lage doch noch ins Lot zu bringen. So schlugen sie – ohne die glorreiche Geschichte des einstigen Turnvereins Saanen-Gstaad zu vergessen – einen Kompromiss vor, der letztlich auch bei den jungen Mitgliedern Anklang fand. Man weitete den Jubiläumsanlass auch auf die andern Turnvereine des Saanenlands aus und machte am Samstag in der Turnanlage Ebnit ein grosses Jubiläumsfest. Heimweh-Saaner sind zurück Festen muss man die Turnerschar bekanntlich nicht lehren. Der Jubiläumsanlass hielt, was er versprach, und war bezüglich Programmablauf, Ambiance, Geselligkeit und Stimmung nicht zu überbieten. Viele Heimweh-Saanenländer nutzten die Gelegenheit, wieder einmal über die Möser oder das Pays-d’Enhaut in ihr geliebtes Bergtal zu kommen. Nach dem Schlussturnen für Jung und Alt und einer Pendelstafette fanden sich die Turnerinnen und Turner sowie die zahlreichen geladenen Gäste, darunter auch SVP-Nationalrat Erich von Siebenthal, vor der Dreifachturnhalle zum Jubiläumsapéro ein. Die Stimmung beim gegenseitigen Prosten war überschwänglich. Die vier Urheber kamen kaum nach, zur fein duftenden Züpfe für alle den Gstaader Alpkäse zu hobeln. Auch SVP-Grossrätin Bethli Küng und ihre Tochter Vera genossen die Feierlichkeiten sichtlich. Die frühere Spitzenskirennfahrerin ist von jeher mit der Saaner Turnerszene tief verwurzelt. So war die populäre Politikerin Leiterin der Korbballgruppe und Sekretärin und Leiterin der aktiven Turner. Beim Oberländischen Turnverband (OTV) war Bethli Küng auch verantwortlich für das Geräteturnen und gab Kurse. «Für mich ist der Turnverein ein Stück Heimat und sehr, sehr wichtig. Das Turnen ist wegen seiner Vielseitigkeit einzigartig. Hier werden die Jungen für Kameradschaft, Disziplin, Respekt und Rücksichtnahme sensibilisiert und erlangen dabei auch mehr Biss», so die frühere Saaner Gemeindepräsidentin. Volles Haus in der Turnhalle In der Dreifachturnhalle, konnte man «volles Haus» melden, als gegen 100 Turnerinnen und Turner aus allen Altersschichten den 100-Jahr-Schaublock zeigten. Speakerin Barbara Kernen durfte da ein reichhaltiges Programm ansagen. Den Auftakt machten die Schlümpfe des Kinderturnens (Kitu), gefolgt von der gemischten Elki(Eltern-Kinder)-Vorführung «Pipi Langstrumpf». Graziös bewegten sich das Jugiteam 4.–9.Schuljahr und die Frauen von der Gymnastik über die Bühne. Riegenleiter Rolf Wenger zelebrierte mit der gemischten Aktivturnen-Gruppe eine dynamische Bodenturnshow. Angeführt von den Initianten der Feierlichkeiten, marschierte zum Abschluss der gelungenen 100-Jahr-Schau ganz in Weiss die stramme Männerriege ein. Fritz Würsten freute sich über die gelungene Vorführung. «Diese Feier soll Ansporn geben, um den Verein erfolgreich in die nächsten 25 Jahre zu führen», wünscht sich der langjährige Oberturner und Vereinspräsident. Das Turnen sei zwar im Saanenland äusserst populär, aber um Erfolg zu haben, sei es stets notwendig, motivierte Leiterinnen und Leiter zu finden. Nach dem Essen durften Turner und Gäste, umrahmt von Musik und Ansprachen, die bei den Turnern sprichwörtliche Kameradschaft und Geselligkeit pflegen. An «Weisch-no-Geschichten» dürfte es nicht gemangelt haben. Peter Russenberger>

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