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Schäden wie noch nie

Nicht das Feuer, sondern der Hagel bescherte der Kantonalen Gebäudeversicherung (KGV), Freiburg, ein katastrophales Jahr 2009. Der Hagelsturm vom 23.Juli verursachte Gebäudeschäden von über 120 Millionen Franken.

Die KGV musste im vergangenen Jahr 407 Brandfälle behandeln. Das sind 23 weniger als im Jahre 2008. Die Schäden beliefen sich aber auf nur 6,5 Millionen Franken, 7,1 Millionen weniger als im Vorjahr. «Bezüglich Brandschäden war 2009 das Jahr mit der kleinsten Anzahl Brände und vor allem auch mit der geringsten Schadensumme seit 30 Jahren. Es war also ein sehr gutes Jahr», schreibt die KGV in ihrem Jahresbericht. Der Blitz verursachte auch im Jahre 2009 die grösste Anzahl Schadenfälle: 198 Blitzschäden wurden registriert, 35 direkte Entladungen und 163 Überspannungen. Die Schadensumme fiel aber mit gut einer halben Million Franken eher mässig aus. 87 Brandfälle waren auf Nachlässigkeit und Unvorsichtigkeit, 58 Brände auf defekte thermische und elektrische Installationen sowie 7 auf Brandstiftungen zurückzuführen, während bei 26 Brandfällen die Ursache nicht ermittelt werden konnte. Rekordschaden Ganz anders präsentiert sich das Jahr 2009 bei den Elementarschäden: Während des Berichtsjahrs wurden 16123 Schadenfälle registriert, die eine Rekordschadensumme von 125,5 Millionen Franken verursacht haben. Für diesen traurigen Rekord war vor allem der Hagelsturm verantwortlich, der am 23.Juli zwischen 15.30 und 16 Uhr über den Kanton Freiburg hinwegfegte und dabei vor allem in den Bezirken Glane, Saane und Sense grossen Schaden anrichtete. Insgesamt wurden 14293 Gebäude mit einem Gesamtschaden von 121 Millionen Franken beschädigt. Zum Hagelgewitter vom 23.Juli kam es im Kanton noch an 19 weiteren Tagen zu Hagel, das erste Mal am 16.April und das letzte Mal am 8.September. Aber auch die zwei Winterstürme vom 23.Januar und vom 10.Februar – in Plaffeien wurden Windböen von 140 Stundenkilometern gemessen – verursachten 1406 Schadenfälle mit einer Summe von 3,2 Millionen. Nicht nur der Klimawandel «Die verheerenden Hagelgewitter werden immer häufiger und könnten mit dem Klimawandel in Verbindung stehen», hält die KGV dazu fest. Sie macht aber auch die heutige Architektur für die hohe Schadensumme verantwortlich: «Die moderne Architektur entfernt sich immer mehr vom traditionellen, wenig anfälligen Gebäude aus Mauerwerk, mit geneigtem Ziegeldach und Holzfensterläden. Die Tendenz geht in Richtung moderner Gebäude mit verputzter Aussenisolation, Blechabdeckungen, Flachdächern mit Abdichtungen, synthetischen Kuppeln, Sonnenkollektoren und Lamellenstoren – Materialien, die nur wenig hagelresistent sind. Man hat oft den Eindruck, die Ästhetik sei wichtiger als die Solidität», kritisiert die KGV. Die KGV hat im Jahre 2009 Prämien von 45 Millionen eingenommen. Um die Rekordschadensumme von 130 Millionen zu decken, müssten drei Jahresprämien aufgebracht werden, wie die KGV schreibt. Dennoch schliesst die Betriebsrechnung 2009 mit einem Überschuss von 7,5 Millionen Franken. Möglich machte dies die Rückversicherung, welche der KGV 109 Millionen Einnahmen bescherte. Und so konnte die KGV auch im vergangenen Jahr 12 Millionen Subventionen gewähren. Prämien nicht erhöhen Zudem kann die KGV die Hausbesitzer beruhigen, dass die Prämien auch im Jahre 2010 nicht ansteigen werden, auch wenn die Rückversicherungsprämien, die sie bezahlen muss, stetig steigen, über 9 Millionen für 2010. Nach neun Prämiensenkungen seit 1980 um 48 Prozent ist aber die KGV kaum mehr in der Lage, das Prämienniveau weiter bedeutend zu senken, wie sie betont.az/hus >

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