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Schlappe für Amstutz

ständeratBittere Niederlage für Adrian Amstutz und die SVP: Die Bernerinnen und Berner wählten Amstutz gestern aus dem Ständerat ab und ersetzten ihn durch SP-Mann Hans Stöckli. Fulminant bestätigt wurde Werner Luginbühl von der BDP.

Ein halbes Jahr war Bern mit zwei Bürgerlichen im Ständerat vertreten – gestern schaffte die Linke die Korrektur: Der frühere Bieler Stadtpräsident Hans Stöckli (SP) zieht neu in die kleine Kammer ein. Adrian Amstutz (SVP), der erst im März den Sprung in den Ständerat geschafft hatte, wurde schon wieder abgewählt. Stöcklis Sieg kam selbst für viele Linke überraschend. Er übertraf Amstutz um gut 20000 Stimmen oder 15 Prozent. Sieger des Tages war Werner Luginbühl (BDP): Er lag von Beginn weg uneinholbar vor seinen beiden Kontrahenten. Sein Name stand zuletzt auf zwei von drei Wahlzetteln. Luginbühl räumte offen ein, es hätten ihn wohl nicht wenige gewählt, um Amstutz zu verhindern. Hans Stöcklis Wechsel vom National- in den Ständerat hat Nebenwirkungen: Berns Stadtpräsident Alexander Tschäppät rückt in den Nationalrat nach, nachdem er die Wahl am 23.Oktober nicht aus eigener Kraft geschafft hatte. Gleichzeitig steht nun fest, dass der Berner Jura vorerst nicht mehr im Nationalrat vertreten ist. Wäre Amstutz wiedergewählt worden, hätte Jean-Pierre Graber nachrücken können. Allzu schlimm finden die Bernjurassier das offenbar nicht: Sie gaben Stöckli jedenfalls mehr Stimmen als Amstutz. Diesem wurde zum Verhängnis, dass er sein Wählerpotenzial schon im ersten Wahlgang weitgehend ausgeschöpft hatte und gestern kaum mehr zulegen konnte. Hans Stöckli hingegen konnte seinen Stimmenanteil um circa die Hälfte erhöhen. Auffällig war, dass der Bieler auch in eher ländlichen Regionen nicht weit abgeschlagen hinter dem Oberländer Amstutz lag. Triumphator Luginbühl holte in sieben der zehn Verwaltungskreise am meisten Stimmen; er lag sogar im weitgehend städtisch geprägten Kreis Bern-Mittelland ganz vorne. Hier sowie in seiner eigenen Region, dem Kreis Biel, holte Stöckli den Grossteil seines Vorsprungs auf Amstutz heraus. Diesem half es wenig, dass er ausser in Bern-Mittelland, Biel und Jura überall vor Stöckli lag. Amstutz’ Abwahl bedeutet letztlich für die Bürgerlichen insgesamt eine Niederlage. Dennoch waren gestern die Exponenten der BDP bestens gelaunt und feierten zum Teil freudestrahlend mit Stöckli. Mit Blick auf die Regierungswahlen 2014 stellt sich nun die Frage, ob die BDP weiterhin im Alleingang operieren will oder ob sie es schafft, mit der SVP eine Allianz einzugehen, um eine Regierungsmehrheit zu erlangen.fabSeite 2+3>

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