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«Schnuppern», was das Zeug hält

Im Schulhotel Alpina in Adelboden sitzt Solange Egger hinter der Rezeption: Sie begrüsst Gäste und erledigt administrative Arbeiten. «Sie arbeitet, als wäre sie schon ewig hier», meint Stefan Herren vom Hotel Alpina. Dem ist nicht so: Solange besucht die achte Klasse und ist erst seit Dienstag im Hotel Alpina. Solange ist eine von 72 Teilnehmern der diesjährigen Schnuppercamps von Hotelleriesuisse. Der Unternehmerverband der Schweizer Hotellerie organisiert das Projekt mit Unterstützung des Bundesamts für Berufsbildung und Technologie (BBT). In drei verschiedenen Feriendestinationen können je 24 Jugendliche im Alter von 13 und 14 Jahren während fünf Tagen eine Schnupperlehre im Gastgewerbe absolvieren. Sei dies in der Küche, an der Rezeption, in der Hauswirtschaft oder in der Restauration. Die Jugendlichen sind voll und ganz in den täglichen Betrieb eingebunden. Das Schnuppercamp dauert in Adelboden noch bis am Samstag. «Am Samstag können die Jugendlichen ihren Eltern bei einem Lunch zeigen, was sie gelernt haben», sagt Sonja Lauener vom Nachwuchsmarketing Hotelleriesuisse. «Am besten gefällt mir der Kontakt zu den Gästen. Eigentlich möchte ich lieber hier weiter arbeiten, als wieder in die Schule zu gehen», meint Solange zu ihrem neuen Arbeitsplatz. Und genau darum geht es bei den Schnuppercamps: Das Interesse wecken. «Die Nachwuchsförderung liegt uns sehr am Herzen. In der Branche wird das Projekt auch geschätzt. Die Teilnehmer sollen einen realen Einblick in die Berufe erhalten und Interesse für das Arbeiten in Ferienorten entwickeln», sagt Lauener. Ähnlich wie im Hotel Alpina geht es in Adelboden zurzeit auch in sechs Partnerhotels zu und her. «Seit wir mit mehreren Hotels pro Destination zusammenarbeiten, ist es einfacher, Austragungsorte zu finden. Wir sind unterdessen in der privilegierten Lage, dass die Ferienorte gerne mitmachen», erzählt Sonja Lauener. Dank René Müller, Betriebsleiter Hotel Alpina, findet das Projekt in diesem Jahr auch in Adelboden statt: «Uns liegt ein gutes Nachwuchsmarketing am Herzen. Und als uns eine so professionelle Plattform geboten wurde, mussten wir zugreifen.» In der Hotelküche sind Nicole Müller und Nico Franco damit beschäftigt, Pralinees herzustellen. Auch hier merkt man nicht viel von den Berufseinsteigern, welche sich für eine Schnupperlehre in der Küche entschieden haben. «Es ist super hier, ich wurde sehr gut im Team aufgenommen», sagt Nicole. Auch Nico gefällt es gut. «Das Highlight sind die Pralinees», sagt Nico schmunzelnd. Und das, obschon er noch nicht probieren durfte; das kommt erst, wenn die «Schoggikugeln» fertig sind. Das Interesse an den Schnuppercamps ist gross. Über 220 Anmeldungen seien heuer eingegangen. Pro Destination werden jedoch nur 24 Schnupperstellen angeboten. Nicht nur im täglichen Betrieb erhalten die Jugendlichen also einen realen Einblick, sondern auch bereits bei den Bewerbungsformalitäten und -abläufen. «Die Interessenten bewerben sich bei uns wie auf eine normale Schnupperlehre. Ausgewählt werden die Teilnehmer dann aufgrund des Motivationsschreibens», erklärt Lauener. Die Teilnahme ist gratis. Stefanie Ott ist in der Zwischenzeit damit beschäftigt, die Zimmer für die nächsten Gäste herzurichten. «Es gefällt mir gut, aber ich möchte doch lieber in Richtung Tiermedizin gehen», erzählt sie zwischen Staubsauger und Betten. Nicht alle Teilnehmer entscheiden sich später für eine Berufslehre in dieser Branche. Doch immerhin: Ein Viertel beginnt eine Grundausbildung im Gastgewerbe,schreibt Hotelleriesuisse. Alpina-Betriebsleiter René Müller ist von diesem Projekt sichtlich begeistert. Die Jugendlichen seien sehr motiviert und angenehm. «Wenn dies unser Nachwuchs ist, dann kann man sich darauf freuen», meint Müller. Marius Aschwanden >

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