Zum Hauptinhalt springen

Schwere Vorwürfe gegen Grossrat Schürch

Hat SVP-Grossrat Jürg Schürch 40000 Franken des Sportcenters Huttwil für private Zwecke verwendet? Diesen Vorwurf erhebt Besitzer Markus Bösiger. Schürch erklärt, das Geld sei für die Amortisation eines Kredits geflossen.

«Unlautere Geschäftsführung mit Abzweigen von 40000 Franken für private Zwecke». So bezeichnet Markus Bösiger, Unternehmer und Besitzer des Sportcenters Huttwil, drei finanzielle Transaktionen, welche Jürg Schürch getätigt hat. Die periodische Kontrolle der Buchhaltung habe ergeben, dass Schürch in der Funktion als Geschäftsführer «von Januar bis Mai 2010 vom Firmenkonto der Betreiberfirma Sport Plus AG dreimal Geld für private Zwecke abgezweigt hat», erklärt Bösiger in einer Medienmitteilung. «Ich bin schockiert über Schürchs unlauteres Handeln und kann dies nicht auf mir sitzen lassen», sagt Bösiger. «Von einem Grossrat erwarte ich etwas anderes als einen derartigen Vertrauensmissbrauch.» Im April wurde bekannt, dass Schürch seinen Job aufgibt. Dies im Zusammenhang mit Kritik, die er über Bösigers Pläne mit dem Eishockeyclub Huttwil Falcons geäussert hat. Kredit von 100000 Franken Jürg Schürch ist gegenwärtig in Ägypten in den Ferien. Auf Anfrage wehrt er sich gegen Bösigers Anschuldigungen: «Ich habe nichts für private Zwecke eingesteckt», beteuert er. Das Geld sei vielmehr für die Amortisation eines Kredits von 100000 Franken geflossen. Diesen hätten er und eine Verwaltungsrätin der ehemaligen Genossenschaft Sportzentrum Huttwil als Privatpersonen ins Zentrum gesteckt, als das finanzielle Aus drohte. «Wir haben damit den Weiterbetrieb des Sportzentrums ermöglicht.» Markus Bösiger habe dies gewusst. «Mündlich hatten wir abgesprochen, eine Lösung zu finden, wenn das Sportcenter wieder besser laufe.» Weil dies der Fall gewesen sei, habe er die Zahlungen für die Amortisation eingeleitet. Doch diese Erklärungen interessieren den Sportcenter-Besitzer nicht. Bösiger: «Das Center stand 2007 in Liquidation, ich habe es bei null übernommen.» Der Betrag, den Schürch zuvor dem Sportcenter zukommen liess, sei «eine private Schuld Schürchs». Dieser sei nicht legitimiert gewesen, solche Schulden über das Sportcenter zu amortisieren. «Offenbar hat er verpasst, seinen Anspruch bei der Liquidation anzugeben. Es ist klar, wir werden gegen Jürg Schürch vorgehen», kündigt Bösiger an. In welcher Form, will er jetzt noch nicht sagen. In seiner Medienmitteilung kreidet Bösiger dem ehemaligen Geschäftsführer noch anderes an: «Er hat die verlangte Transparenz in finanziellen Angelegenheiten unterdrückt und nur mangelhaft geleistet. Stets wehrte er sich dagegen, den Bereich Finanzen dem Hauptunternehmen ‹bösiger-langenthal› zu unterstellen.» Jürg Schürch ist über diese Kritik erstaunt: «Ich wehrte mich nicht dagegen. Ich erachtete es nur als einfacher, die Buchhaltung in Huttwil zu machen.» Bösiger habe die Abschlüsse aber monatlich erhalten, und die Rechnung sei immer durch ein Treuhandbüro geprüft worden. Das Vorgehen Bösigers gegen ihn sei «absolut enttäuschend», erklärt Schürch. Herbert Rentsch >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch