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«SCL Tigers. Nichts anderes»

Rapperswil ist derzeit der Gegner der SCL Tigers im Abstiegskampf – und in wenigen Wochen der neue Arbeitgeber der Tigers-

«Warum», fragt Marco Bayer, «sollen wir in einer speziellen Situation sein?» Die Antwort liegt auf der Hand: Weil Marco Bayer und Niklaus Hess, die beiden Assistenztrainer der SCL Tigers, in zwei Monaten bei den Rapperswil-Jona Lakers arbeiten werden. Weil Cheftrainer Christian Weber, der bei den Tigers eng mit ihnen zusammengearbeitet hat, bereits in Rapperswil angefangen hat. Weil Bayer/Hess mit den Tigers im Playout nun ausgerechnet dieses Rapperswil bezwingen und in noch grössere Abstiegsnot bringen müssen. «Aber wir sind bis am 30.April bei den SCL Tigers angestellt», entgegnet Bayer. «Wir haben hier eine Mission begonnen und wollen diese beenden. Unser Herz schlägt für den Tiger, alles andere interessiert uns nicht.» Saison voller Turbulenzen Am Dienstagabend haben die Tigers ihr erstes Spiel in Rapperswil 0:3 verloren. Nach der Heimfahrt, dem Aufräumen und knapp fünf Stunden Schlaf ist den beiden die Enttäuschung am Mittwochmorgen noch deutlich anzusehen. «Wir haben uns wochenlang auf die Playouts vorbereitet, haben uns so viel vorgenommen und konnten die Leistung nicht abrufen. Das tut weh», sagt Niklaus Hess. Dass man in den Playouts ausgerechnet auf Rapperswil treffe, sei null Thema. «Wissen Sie», erklärt Hess, «wir haben in dieser Saison viele Turbulenzen erlebt.» Die Lohnreduktion, der drohende Konkurs, die Führungs-, Cheftrainer- und Spielerwechsel. «Jedes Mal haben wir uns aufgerafft und uns neu motiviert. Das hat enorm zusammengeschweisst.» Alle arbeiteten hart, um den Ligaerhalt zu schaffen. «Restlos alle.» Die Hand geben, mehr nicht Es gab Medienberichte, die das Gegenteil behaupteten. Niklaus Hess und Marco Bayer seien «Webers Agenten in der Langnauer Kabine», könnten den Gegner mit Insiderinfos versorgen. Deshalb müssten sie gefeuert werden, schrieb slapshot.ch. «Das ist Stumpfsinn», sagt Niklaus Hess und zieht einen Vergleich: «Wenn Sie als Journalist zu einer anderen Zeitung wechseln, geben Sie sich trotzdem bis zum letzten Artikel Mühe, wollen sich nicht blamieren.» Auf ausdrücklichen Wunsch des neuen Cheftrainers Konstantin Kuraschew arbeitet das Duo Bayer/Hess bis Ende Saison voll bei den SCL Tigers mit. «In dieser Zeit haben wir keinen Kontakt zu Christian Weber. Ich habe ihm nach dem ersten Spiel die Hand geschüttelt, das ist alles», berichtet Hess und blickt zu Bayer hinüber. «Du hast nicht mal das gemacht, gäu.» «Unser Zuhause» Niklaus Hess, seit fünf Jahren bei den SCL Tigers, ist mittlerweile zweifacher Familienvater. «Da wünscht man sich Sicherheiten», sagt er. Zudem suchte er eine neue Herausforderung, will in Langnau ein Unternehmen für die Trainingsbetreuung von Sportlern aufbauen. So sei Rapperswils 60-Prozent-Jobangebot ideal gewesen, daneben werde er den Tigers weiterhin beratend zur Seite stehen. Marco Bayer seinerseits möchte dereinst NLA-Headcoach werden. Deshalb wolle er nun auch noch an einem anderen Ort – in Rapperswil – Erfahrungen sammeln. Gut möglich, dass er später zu den Tigers zurückkehre. «Denn hier ist unser Zuhause.» Ja, Niklaus Hess und Marco Bayer werden mit ihren Familien auch nach dem Wechsel zu den Rapperswil-Jona Lakers in Langnau wohnen. Und Tatjana Bayer, Marcos Ehefrau, arbeitet auch in Zukunft in der Administration der SCL Tigers. «Aus diesem Grund reagiert man etwas genervt, wenn behauptet wird, Langnau liege uns nicht mehr am Herzen.» Markus Zahno>

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