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3000 Evakuierte und drei Verletzte am Turnfest

Windböen rissen alles mit, was nicht niet- und nagelfest war: Polizei und Helfer mussten gestern Abend das Gelände des Eidgenössischen Turnfests in Biel evakuieren. Besonders heftig traf der Sturm den Campingplatz.

Innert kürzester Zeit wurden die Zelte wieder aufgebaut.
Innert kürzester Zeit wurden die Zelte wieder aufgebaut.
Peter Samuel Jaggi
Am Freitagmorgen ist man auf dem Gelände des Turnfests mit Hochdruck an den Wiederaufbauarbeiten.
Am Freitagmorgen ist man auf dem Gelände des Turnfests mit Hochdruck an den Wiederaufbauarbeiten.
Joshua Schär
Bundespräsident Ueli Maurer, Nationalrat Jürg Stahl SVP-ZH, und Nationalratspräsidentin Maya Graf, Grüne-BL, von links, besprechen sich im Medienzentrum desTurnfestes.
Bundespräsident Ueli Maurer, Nationalrat Jürg Stahl SVP-ZH, und Nationalratspräsidentin Maya Graf, Grüne-BL, von links, besprechen sich im Medienzentrum desTurnfestes.
Keystone
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Nach dem Unwetter von gestern Abend hat das Eidgenössische Turnfest in Biel seinen Betrieb bereits wieder aufnehmen können. Möglich machten dies hunderte Helfer, die in der Nacht und am Morgen fleissig mitanpackten, um die Sturmschäden zu beheben.

OK-Präsident Hans Stöckli sprach am Freitag vor den Medien von einer riesigen Solidarität, die das Fest erfahren habe. Die Armee habe sofort 65 Durchdienersoldaten bereitgestellt, der Zivilschutz habe die Kräfte aufgestockt und am Morgen hatten sich Anwohner und ganze Schulklassen zum Aufräumen gemeldet.

Mit einem riesigen Kraftakt sei es gelungen, den Betrieb wieder auf die Beine zu bringen. «Vom Sturmfest zum Turnfest», gab Stöckli das Motto aus.

Gala wird nachgeholt

Pünktlich um sieben Uhr früh konnten die ersten Wettkämpfe starten. Einzig in der Sparte Aerobic kam es zu einer Verspätung von vier Stunden, wie Turnfest-Direktor Fränk Hofer ausführte. Am Mittag konnte die am Vorabend arg zerzauste Festmeile am See auch wieder in Betrieb genommen werden.

Die am Freitagabend kurzfristig abgesagte Eröffnungsgala soll nun am Samstag nachgeholt werden. Ob Bundespräsident Ueli Maurer daran teilnehmen kann, ist noch offen. Gute Neuigkeiten konnte Turnfest-Direktor Fränk Hofer auch vom Turner-Campingplatz bei Ipsach vermelden. Der Platz sollte am Nachmittag wieder bezugsbereit sein.

Wind bläst stärker als erwartet

Für Donnerstagabend hatten die Meteorologen heftige Winde entlang des Jurasüdfusses angekündigt. Polizei und Organisatoren hätten die Wettersituation den ganzen Tag über beobachtet, betonte Fest-Direktor Hofer.

«Die Prognose ging von Windstärken zwischen 60 und 80 Stundenkilometern aus», wie Polizeichef Fabian Sauvain ausführte. Dementsprechend war die Gefahrenstufe 2, mässige Gefahr, ausgegeben worden. Die Polizei erhalte die Prognosen von Meteo Schweiz, führte Sauvain aus.

«Wir haben uns auf die uns zur Verfügung stehenden Meteodaten verlassen», entgegnete Stöckli auf den Vorhalt, dass andere Meteorologen Orkanböen vorausgesagt hätten. Eine solche Wetterlage habe er in seinen über 50 Jahren in Biel noch nie erlebt, betonte der ehemalige Stadtpräsident.

Aufgrund der Prognosen und der Beobachtungen habe man entschieden, das Galafest nicht schon vorzeitig abzusagen, hatte Hofer bereits an einer ersten, improvisierten Medienkonferenz dargelegt.

Fallwind Jorat

Doch gegen 20 Uhr drehte innert Minuten der berüchtigte Fallwind Jorat auf und brauste mit Böen von über hundert Stundenkilometern daher. Kurz nach 20 Uhr wurde der Festplatz am See evakuiert, weil der Wind alles mitriss, was nicht niet- und nagelfest war.

Die für 21 Uhr geplante Eröffnungsfeier wurde aus Sicherheitsgründen ebenfalls abgesagt. Innert 20 Minuten gelang es, rund 3000 Menschen zu evakuieren. Glücklicherweise wurde niemand ernstlich verletzt. Einzig drei leichtverletzte Personen mussten betreut werden.

Zum Sachschaden konnten die Turnfest-Verantwortlichen noch keine Angaben machen. Er sei vorsichtig optimistisch dass die Kosten nicht allzu schlimm seine, sagte Hofer. Genaueres lasse sich aber noch nicht sagen.

SDA/kpn/mw/cls

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