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Anbau von Drogenhanf toleriert

14 Monate bedingter Freiheitsentzug. Dieses Urteil verhängte gestern das Kreisgericht Aarberg über einen Hanfbauern.

U.* sitzt im Saal des Amtshauses Aarberg und muss leer schlucken, als er das Urteil aus dem Mund von Gerichtspräsidentin Elisabeth Ochsner vernimmt: 14 Monate bedingter Freiheitsentzug bei einer Probezeit von zwei Jahren. Dies wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach, qualifiziert und gewerbsmässig begangen. U. ist Landwirt und hat in den Jahren 2006 und 2007 insgesamt sieben Hektaren seines Ackerlandes an T.* verpachtet, der darauf Hanf anbauen wollte. Angeblich zu legalen Zwecken. Der Gehilfenschaft hat sich U. zusätzlich schuldig gemacht, indem er die Stecklinge selber anpflanzte, pflegte und bewässerte.

Schüsse im Hanffeld

Laut den Ermittlungen der Polizei soll T. «der Kopf eines ganzen Konglomerats» gewesen sein, das bei mehreren Bauern im Bernbiet und im Seeland Land für Hanfanbau im «grossen Stil» pachtete. Zur Bewachung der Hanffelder heuerte T. Sicherheitsleute aus Tschechien und der Slowakei an. Trotzdem wurden auf einem Hanffeld in Frieswil Pflanzen gestohlen und mehrere Schüsse abgefeuert. Der beredte T. war am ersten Verhandlungstag gegen Bauer U. als Zeuge dabei.

Falsche Verträge gezeigt

T. gab den Bauern an, der Hanf werde zu ätherischem Öl destilliert und für Kosmetika und die Herstellung einer neuen Eisteesorte verwendet. Die Abnahmeverträge, die er jeweils zeigte, um die Bauern von der Legalität seines Unterfangens zu überzeugen, erwiesen sich aber hinterher als gefälscht. U. beteuert zwar zunächst, er sei immer von der Rechtmässigkeit überzeugt gewesen. Etwas später räumt er dann ein, dass ihm doch langsam Zweifel gekommen seien. Und «spätestens dann, als T. Ihnen keine Kopien der Abnahmeverträge geben wollte, hätten doch alle Alarmlampen leuchten sollen», hält ihm die Gerichtspräsidentin vor. Sie geht davon aus, dass U. den Hanfanbau zu Drogenzwecken zumindest toleriert haben muss. Als er dann noch eine Indooranlage installierte und Hanf zog, hatte er auch die Absicht, diesen als Drogenhanf zu verkaufen. Dies gibt U. vor Gericht zu. Ochsner beurteilt ihn als «lediglich teilweise geständig», da er seine Mitwisserschaft nur zögerlich eingestanden habe.

*Namen der Redaktion bekannt.

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