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Immer wieder in den Schlagzeilen

Es ist nicht das erste Mal, dass das Massnahmenzentrum St.Johannsen in den Schlagzeilen ist. 2005 gabs eine Untersuchung.

Ende August 2009 entweicht ein verurteilter Kinderschänder aus dem Massnahmenzentrum St. Johannsen am Bielersee, missbraucht ein Mädchen und kehrt zurück. Am Tag danach wird er verhaftet. Der Fall, der erst Ende vergangener Woche publik wurde, ist kein Einzelfall.

Gestern berichtete der «Blick», dass im Februar 2008 ein Serienvergewaltiger in St.Johannsen verschwunden – und nicht wieder aufgetaucht – sei. Martin Kraemer, Vorsteher des Amts für Freiheitsentzug und Betreuung, bestätigt «einen solchen Vorfall in St.Johannsen» –mit Verweis auf den Datenschutz, ohne auf Details einzugehen. Eine nationale und internationale Fahndung sei «unverzüglich» eingeleitet worden und laufe immer noch. «Auf die Information der Bevölkerung wurde in diesem Fall verzichtet, weil deutliche Hinweise vorgelegen haben, dass sich der Entwichene sofort ins Ausland abgesetzt hatte», sagt Kraemer. Über den Fall habeer Polizeidirektor Hans-Jürg Käser (FDP) «umgehend» informiert. Und: «Derzeit sind mir keine weiteren vergleichbaren Fälle von Entweichungen aus dem offenen Massnahmenvollzug in St.Johannsen bekannt.»

Rückfall im Hafturlaub

Den bisher krassesten Fall im Zusammenhang mit St.Johannsen gab es 1989: Damals tötete ein Häftling von St.Johannsen während seines Wochenendurlaubs in der Nähe von Erlach ein zehnjähriges Mädchen.

1993 ging ein Sexualstraftäter ohne Begleitung zu einem Informatikkurs nach Bern. Dort vergewaltigte er eine junge Frau und kehrte nach St.Johannsen zurück. Bereits drei Jahre zuvor hatte er auf Hafturlaub eine Autostopperin vergewaltigt.

Im Februar 2006 bedrohte ein Straftäter während seines Hafturlaubs in Bern mit einem Messer eine Prostituierte und zwang sie zum Oralsex.

«Keine Verfehlungen»

Im Oktober 2005 wurde ein Fall publik, der zu einer Untersuchung führte: Ein Pädosexueller arbeitete im Arbeitsexternat in einer alten Sägerei in der Nähe von Schwarzenburg und übernachtete in St.Johannsen. Während dieser Zeit trank der 68-Jährige unerlaubt Alkohol – offenbar, um die seinen Sexualtrieb hemmenden Medikamente zu neutralisieren. Und er begann eine Beziehung mit einer 17-Jährigen. In der Folge überprüfte das Amt für Freiheitsentzug und Betreuung seine eigene Arbeit. Es kam zum Schluss, den Behörden könnten «keine Verfehlungen angelastet werden».

BZ/drh

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