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Radioaktivität im Bielersee: Stadtregierung will Auskunft

Der Bieler Gemeinderat will wissen, was es mit den von der Presse diesen Sommer aufgedeckten, erhöhten Radioaktivitätswerten im Bielersee auf sich hat.

Für die Bevölkerung birgt das radioaktive Cäsium keine Gefahr.
Für die Bevölkerung birgt das radioaktive Cäsium keine Gefahr.
Keystone

Bis Ende September möchte die Bieler Stadtregierung «klare Auskünfte» zur Überwachung der Radioaktivität in Flüssen und Seen, zur Alarmierung und zur Kommunikation gegenüber den Wasserversorgern, wie der Gemeinderat in einer Mitteilung vom Mittwoch schreibt.

Die Stadtregierung zeigte sich über die von der «Sonntagszeitung» Mitte Juli publik gemachte Studie besorgt. Schliesslich sei die Stadt als Eigentümerin des Energie Service Biel verantwortlich für die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung.

Mehr Cäsium als üblich

Aus der Studie geht hervor, dass um das Jahr 2000 mehr radioaktives Cäsium in den Bielersee geflossen war als üblich. Publik wurde dies damals nicht.

Die Autoren der Studie bezeichneten den Höchstwert der Messungen zwar als moderat, wiesen aber darauf hin, dass sich im Sediment nur ein Bruchteil des Cäsiums zeige, das in den See gelangt sei. Ausserdem stamme 70 Prozent des Trinkwassers in Biel aus dem Bielersee.

Die von der «Sonntagszeitung» zitierte Studie hält das AKW im bernischen Mühleberg für den wahrscheinlichsten Verursacher der erhöhten Radioaktivität.

Keine Gefahr für Bevölkerung

Laut Experten bestand für die Bevölkerung keine Gefahr. Beim Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI hiess es im Juli, die geltenden Grenzwerte, seien nie überschritten worden.

Für die Betreiberin des AKW in Mühleberg, die bernische BKW, liessen sich die Cäsium-Spuren nicht auf ein ausserordentliches Ereignis zurückführen.

Die Abgaben des Atomkraftwerks in Mühleberg lägen immer weit unter den gesetzlich vorgeschriebenen Jahresabgabenlimiten, betonte auch BKW-Sprecher Antonio Sommavilla im Sommer.

Umweltkreise reagierten empört auf die von der Presse publik gemachten Radioaktivitäts-Werte.

SDA/js

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