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Regiotram auf Eis gelegt

Der Kanton Bern legt die weitere Planung des Regiotrams Biel/Bienne bis auf weiteres auf Eis.

So sollte Biel mit Tram eigentlich nach 2018 aussehen.
So sollte Biel mit Tram eigentlich nach 2018 aussehen.
zvg

Durch die Stadt Biel wird in absehbarer Zeit kein Tram fahren. Die Behördendelegation des Projekts Regiotram Biel/Bienne hat beschlossen, die Planungsarbeiten bis auf Weiteres einzustellen.

Eine rasche Realisierung des Projekts erachte die Behördendelegation «im aktuellen verkehrs- und finanzpolitischen sowie städtebaulichen Umfeld» als «nicht realistisch»: Das schreibt die kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Als «langfristige Massnahme» solle das Projekt jedoch im regionalen Gesamtverkehrs- und Siedlungskonzept bleiben. Die bisherigen Arbeiten hätten gezeigt, dass das Regiotram aus raumplanerischer sowie aus volkswirtschaftlicher Sicht sinnvoll sei.

Die Behördendelegation hat sich und die Projektorganisation aufgelöst. Die regionale Verkehrskonferenz und die betroffenen Gemeinden sollen nun nach alternativen Lösungen zur Optimierung des öffentlichen Verkehrs in der Region Biel suchen.

An der Urne nicht mehrheitsfähig

Auch die Frage, wie der Satz «im aktuellen verkehrs- und finanzpolitischen sowie städtebaulichen Umfeld» zu verstehen sei, sagte der Bieler Stadtpräsident Erich Fehr auf Anfrage, die Behördendelegation halte derzeit das Projekt nicht für mehrheitsfähig.

Die Verkehrsverhältnisse im Raum Biel gälten als nicht so schlecht, dass der Leidensdruck gross genug sei für ein Ja zu einem neuen Verkehrsträger. 1948 war das letzte Tram aus dem Bieler Stadtbild verschwunden.

Viele Leute glaubten auch, so Fehr weiter, dass die Eröffnung des A5-Ostasts in zwei Jahren die Stadt entlasten werde. Das seien die in der Medienmitteilung des Kantons erwähnten verkehrspolitischen Gründe.

Die Stadt Biel habe kürzlich ein Haushaltsentlastungspaket vorgestellt und investiere viel Geld in städtebauliche Projekte wie an der Esplanade und Schüss-Insel sowie die neuen Sportstadien. Das sei mit den finanzpolitischen Gründen gemeint, sagte Fehr weiter, obwohl Bund und Kanton den Grossteil der Kosten übernommen hätten.

Für die eigentlichen Baukosten des Trams wären gemäss Angaben auf der Regiotram-Internetseite der Kanton Bern (60 Prozent) und der Bund (40%) aufgekommen. Für Biel wären wegen der mit dem Tram verbundenen Erneuerung von Leitungen und Strassenbauarbeiten Kosten von mindestens 16 Millionen Franken entstanden.

Laut Fehr war sich die Behördendelegation bei der Einschätzung der Lage einig. In der Delegation sind der Kanton Bern sowie die Gemeinden Nidau, Biel und Ipsach vertreten.

2011 Vorprojekt vorgestellt

Das Regiotram Biel/Bienne sollte von Ins über Nidau und Biel bis ins Bieler Bözingenfeld führen. Von Ins bis Biel besteht die Linie schon: In Form der Biel-Täuffelen-Ins-Bahn (BTI), die zu Aare Seeland Mobil gehört. Für die restliche Strecke von Nidau ins Bözingenfeld legte der Kanton 2011 ein Vorprojekt vor.

Bis auf Abschnitte in Nidau war damit die Linienführung und die Lage der Haltestellen festgelegt.

Auslöser für das Projekt war der Bauboom im Bieler Bözingenfeld gewesen: 2008 schlug der Verein seeland.biel/bienne vor, die BTI dorthin zu verlängern. Das Tram schlug in einer Zweckmässigkeitsstudie einen Express-Bus.

SDA/cla

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