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Schweinediebe am Werk?

Gesucht: acht Mastschweine. Die Tiere sind im Seeland verschwunden. Ist ein dreister Schweinekenner am Werk gewesen?

Spurlos verschwunden: Im Seeland sind acht Mastschweine wahrscheinlich in die Hände dreister Saudiebe gefallen.
Spurlos verschwunden: Im Seeland sind acht Mastschweine wahrscheinlich in die Hände dreister Saudiebe gefallen.
Colourbox

Acht grosse Mastschweine bei Nacht und Nebel geräuschlos in einem Transporter verschwinden lassen und davonbrausen: eine schier unvorstellbare Aktion. Etwas Ähnliches könnte sich jedoch vergangene Woche im Seeland abgespielt haben. Die Landwirte sind ratlos und erstaunt über den mysteriösen Schweineklau, die Kantonspolizei ermittelt. Doch bisher fehlt von den Saudieben jede Spur.

«Ein Diebstahl ist nicht auszuschliessen», bestätigt Rose-Marie Comte, Pressesprecherin bei der Kantonspolizei (Kapo). Aus welcher Gemeinde, von welchem Betrieb die Tiere stammen, wollte Comte nicht verraten: «Die Untersuchungen sind noch im Gang.» Es handle sich jedoch bisher um einen Einzelfall, auch sind der Kapo keine früheren Vorkommnisse dieser Art bekannt.

Schweine steigen locker ein

Die Anonymität der Person, die den Verlust der acht Tiere zu beklagen hat, macht es auch schwierig, den Vorfall einzustufen. Genossen die Schweine Freilandhaltung? Waren sie in einem Stall? Könnte ein kaputter Zaun zur Flucht animiert haben? Alles zurzeit noch offene Fragen.

Doch für Tierkenner ist klar: Schweine sind relativ einfach zu stehlen. Landwirt Hansueli Aeschbacher aus Suberg: «Schweine sind sich Transportfahrten gewohnt. Wenn man ihnen ein bisschen Futter ausstreut, steigen sie ruhig und von selber in den Wagen.»

Schweres Spiel für Gauner

Für den Suberger Bauern ist klar, dass im Fall der verschwundenen Tiere ein Schweinekenner am Werk gewesen sein muss. «Jemand, der von den Säuen keine Ahnung hat, kann sie nicht klauen.» Und vor allem das Fleisch nicht absetzen: Bevor ein Tier geschlachtet werden kann, muss eine tierärztliche Bestätigung vorliegen.

Und nicht nur das: Der Hof, wo die Tiere herkommen, muss registriert sein, es braucht amtliche Dokumente und Bescheinigungen. Sogar wenn all das – gefälscht, versteht sich – vorliegen würde, käme ein Gauner nicht so leicht davon, ist der Kappeler Metzger Ulrich Hofmann überzeugt. Da müsse ein direkter Absatzkanal im Voraus organisiert sein. «Jeder Metzger würde merken, dass dies ein illegaler Handel ist.» Was natürlich nicht ausschliesse, dass jemand bei der Gaunerei mitspiele. Zudem entsprächen acht Schweine einer erheblichen Masse: «Falls die wirklich gestohlen wurden, brauchten die Diebe ein grosses Fahrzeug», sagt Hofmann. Ein ausgewachsenes Mastschwein wiegt rund hundert Kilogramm. Davon können um die sechzig Kilo zu essbarem Fleisch verwertet werden. Aktuell geht ein Kilo Schweinefleisch für Fr. 4.20 bis Fr. 4.40 über die Metzgertheke. Knapp etwas über 2000 Franken würde den Dieben der Schweinedeal einbringen.

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