Streitereien und offene Fragen ums Vibez-Festival

In Biel ist dieses Jahr ein neues Musik-Open-Air geplant: Vibez. Auf organisatorischer Ebene ist jedoch einiges unklar.

Die Bühne bei der Tissot Arena steht jedenfalls schon.

Die Bühne bei der Tissot Arena steht jedenfalls schon.

(Bild: Franziska Rothenbühler)

Mirjam Comtesse

Die Auswahl ist riesig. Mehr als ein Dutzend neue Musikfestivals sind in den vergangenen Jahrzehnten im Kanton Bern entstanden. Und es werden immer mehr. Nun darf sich auch Biel über einen neuen Anlass freuen.

Vom 6. bis 8. Juni findet auf dem Tissot-Areal das Vibez statt. Auftreten werden Stars aus der elektronischen Musik und dem Hip-Hop wie J Balvin, Sean Paul und Robin Schulz. Die Veranstalter betonen in einer Medienmitteilung, «einer erfolgreichen Durchführung steht nichts im Wege». Ansonsten geben sie sich aber wortkarg. Zu den vielen offenen Fragen rund um das Festival wollen sie keine Stellung nehmen.

Emirates droht mit Klagen

Da ist einmal der erfundene Hauptsponsor. Das Vibez-Festival wirbt mit der Fluggesellschaft Emirates als Partner. Diese jedoch liess vor wenigen Tagen aus der Zentrale in Dubai verkünden, es bestehe keine Partnerschaft. Emirates habe «die Organisatoren wiederholt gebeten, auf die Verwendung ihres Logos zu verzichten und jegliche Art der Bezugnahme auf Emirates zu unterlassen».

Das ist jedoch nicht geschehen, wie ein Blick auf die Vibez-Website verrät. Dort prangt nach wie vor das Emirates-Logo. Das Organisationskomitee betont denn auch in einer Reaktion auf die Emirates-Mitteilung, es gebe eine «aktive Zusammenarbeit mit seiner Exzellenz Suhail Mohammad al-Zarooni, welcher mit der Königsfamilie der Vereinigten Arabischen Emirate verbunden ist». Die Fluggesellschaft Emirates wird vom Oberhaupt der Königsfamilie geführt.

Das klingt nach sehr grosszügiger Interpretation, um von einer direkten Partnerschaft mit Emirates reden zu können. Nun will die Fluggesellschaft gar rechtliche Schritte gegen Vibez einleiten, wie das «Bieler Tagblatt» berichtete.

Viel zu optimistisch

Gleichzeitig wirkt die Ankündigung des Vibez-Organisators ­Daniel Meili, man rechne mit 50'000 Besucherinnen und Besuchern, fragwürdig. Zum Vergleich: Das etablierte Gurtenfestival, das zu den grössten Schweizer Veranstaltungen seiner Art zählt, lockte vergangenes Jahr 77'000 Gäste an. Die Erwartungen für Biel gelten deshalb als unrealistisch.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt

Loading Form...