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Utopics-Ausstellung lässt Besucher rätseln

Ratlose Besucher, ein komplizierter Kunstführer, eine lange Klageliste bei der Ombudsstelle. «Unsere Ausstellung verlangt Aufmerksamkeit», verteidigt Utopics-Verwalterin Betty Stocker die Bieler Skulpturen-Schau.

Frau Stocker, weshalb versteckt Utopics die Werke? Betty Stocker: Ich glaube nicht, dass sie tatsächlich so schwer zu finden sind. Doch sehen heute Ausstellungen eben anders aus als früher, als man den Besuchern deutlich sichtbare Plastiken präsentierte. Unsere Installationen verlangen Aufmerksamkeit und Aufwand.

Gemäss Ihrer Ombudsstelle finden Besucher die Orte nur schwer und bemängeln das Prinzip Schnitzeljagd. Bei einer Ombudsstelle meldensich nur Kritiker. Bei der Utopics-Geschäftsstelle hingegen haben viele Besucher die Ausstellung gelobt. Haben Sie manche Werke wirklich nicht gefunden?

Ja, es gelang uns nicht, das Video im Hotel Mercure zu finden. Im Führer ist das Zimmer 106 angegeben, oder Sie hätten bei der Reception nachfragen können.

Es kann doch nicht sein, dass sich Besucher einer Ausstellung beim Hotelpersonal erkundigen müssen. Wollen Sie mit diesem Verwirrspiel provozieren? Nein. Aber Utopics erfordert Auseinandersetzung. Die Werke müssen sich auch gegen Ablenkungen behaupten, gegen den Verkehr etwa. Innerhalb eines Perimeters haben die Künstler selbst entschieden, wo sie ihre Werke platzieren wollen. Viele wollten ihre Skulpturen anders präsentieren, als dies noch in den Siebzigerjahren der Brauch war. Damals war es üblich, die Werke so zu platzieren, dass sie den Besuchern sofort auffallen.

Umso wichtiger wäre ein klarer Ausstellungsführer. Warum ist das Utopics-Büchlein derart verworren? Ist es das? Wir haben andere Rückmeldungen.

Ich habe den Aufbau erst nach einer Stunde begriffen. Ausserdem verärgert die Expertensprache. Ich glaube, es ist den Autoren gelungen, die Werke und deren Hintergründe verständlich zu beschreiben.

Tatsächlich? Den Begriff Heterotopie zum Beispiel habe ich bis heute nicht wirklich begriffen. Ein solcher Führer soll den Besuchern eine ihm fremde Welt öffnen. Dies bedeutet, dass auch mal schwierigere Wörter und längere Sätze nötig sind.

Utopics bewegt sich in einer abgehobenen Welt. Wieso setzt sich niemand mit dem realen Biel auseinander, mit dem hohen Ausländeranteil etwa? Sie bezieht sich indirekt auf Aktuelles und auf Biel. Die Fahneninstallation Mikronationen am See etwa thematisiert Minderheiten. Sie kann zum Nachdenken über Bieler Phänomene anregen, zum Beispiel über den grossen Ausländeranteil.

Noch was Reales: Was verdienen die Künstler? Wenn sie für Utopics eine Arbeit hergestellt haben, erhalten sie ein Honorar.

Wie viel? Das möchte ich nicht sagen.

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