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Seit 125 Jahren eine Seilschaft

1885 bauten die Bergführer aus dem Lauterbrunnental eine zweckdienliche Rottalhütte und gründeten eine Gesellschaft.

«Im September 1885 fanden wir den neuen, kürzesten Aufstieg auf den Jungfraugipfel vom Rottal aus und brachten die notwendigen Verbesserungen an. Bei der ungenügenden Hütteneinrichtung und der voraussichtlichen Vermehrung der Frequenz constituirten wir uns als Führergesellschaft Lauterbrunnen und beschlossen, sofort eine zweckdienliche Schirmhütte zu erbauen und dieselbe gehörig einzurichten, welchen Beschluss wir ohne Säumen ausgeführt haben.» Dieses in prächtiger Handschrift verfasste Dokument beweise das Datum der ersten «ordentlichen» Hütte im Rottal und sei die Gründungsurkunde der Führergesellschaft von Lauterbrunnen, schreibt Peter Brunner in seinem bald erscheinenden Buch «Jungfrau – 200 Jahre Jungfraugipfel, 125 Jahre Bergführerverein Lauterbrunnental, 100 Jahre Schweizer Alpen-Club (SAC) Sektion Lauterbrunnen». Markus Iff, Sekretär des Bergführervereins, schuf anhand alter Schriften die Grundlage zum 125-Jahr-Beitrag. Der Bergführerverein verkaufte die Hütte schon bald der Sektion Oberland des SAC. Höchster Alpenaufstieg Die Bergführer des Lauterbrunnentals hätten schon vor der Erstbesteigung des inneren Rottalgrates im Jahre 1885 Unterschlüpfe im Rottal gebaut, heisst es im neuen Buch. Prominenter Benützer solcher Biwaks war Franz Josef Hugi, der 1828 und 1829 einen Übergang aus dem Lauterbrunnental auf den Aletschgletscher suchte. Der Solothurner Naturforscher hielt dazu fest: «Zwei meiner Begleiter, Peter Bischof und Christen Lauener, waren wohl die ersten, die den Versuch machten, die Jungfrau durch das Rottal zu besteigen und als Führer eine Verdienstquelle zu erschliessen.» Der neu gegründete Verein erkannte die grosse Bedeutung des noch jungen touristischen Erwerbszweiges. Er förderte den Alpinismus im Tal, vor allem mit der Instandstellung von Hütten und Wegen. In regelmässigen Abständen wurde Geld für neue Hilfsseile am Rottalgrat oder an den Lobhörnern gesprochen. Der Aufstieg von Stechelberg übers Rottal auf die Jungfrau gilt mit 3248 Metern Höhendifferenz als der höchste in den Alpen – es kann keinerlei Bahn benützt werden. Und die Horizontaldistanz beträgt kaum 4,5 Kilometer. Bekannte Mitglieder Stellvertretend für unzählige aufwendige und gewagte Rettungsaktionen wird im neuen Buch der selbstlose Einsatz am Rottalgrat vom August 2006 geschildert. Die Lauterbrunner Führer Toni von Allmen, Franz Berger, Bruno Durrer, Michael Jaun und Martin Schürmann sowie die Grindelwalder Fritz Brawand, Ueli Frei und Benjamin Wenger wurden von der Carnegie-Stiftung für die Rettung zweier Bergsteiger unter extrem schwierigen Schnee- und Witterungsverhältnissen geehrt. Als markante Vereinsmitglieder sind im neuen Buch genannt: Ulrich Lauener, 1821–1900, Christian Lauener, 1826–1891, Christian Linder, 1835–1919, Hans Schlunegger, 1912–1948, Fritz Jaun, 1917–2002, Rudolf Aemmer, 1883–1973, Karl Molitor, Fritz Gertsch, Thomas Zwahlen, Thomas Ulrich, Stefan Siegrist und Roger Schäli. Dem Verein mit 64 Mitgliedern stehen derzeit vor: Adrian Deuschle, Präsident; Felix Maurhofer, Vize; Markus Iff, Sekretär; Beat Siegenthaler, Kassier; Toni von Allmen, Beisitzer. Ferdinand WaespeDas Jubiläum wird am kommendne Samstag, 23. Oktober, schlicht auf dem Schilthorn gefeiert.>

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