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Seit 50 Jahren am See zu Hause

Das erste Ferienheim für Behinderte in der Schweiz feierte Geburtstag. Vor

Die Anfänge des Ferienheims in Iseltwald reichen weit zurück. «Die Mitglieder des schweizerischen Invalidenverbandes Sektion Burgdorf genossen über mehrere Jahren Gastrecht in einer Ferienwohnung bei der Familie von Paul Brunner in Iseltwald. Man fühlte sich dort zu Hause», rief die Vizepräsidentin des Stiftungsrats der Sektion Burgdorf, Ursula Beer, angesichts des Tags der offenen Tür in Erinnerung. «Da die Wohnung aber nur über eine Treppe erreichbar war, zeigte sich, wie schwierig es für schwer körperlich Behinderte war, in die Räume zu gelangen», so Beer weiter. Rollstühle im Gepäckwagen Ein rollstuhlgängiges Haus musste her. Dies habe auch Hausvater Paul Brunner, wie er liebevoll genannt wurde, erkannt und stellte das dafür nötige Bauland neben seinem Haus in Aussicht, sagte die Vizepräsidentin. Mit finanzieller Unterstützung von Grossfirmen, Banken, Versicherungen und der Bernischen Invalidenhilfe sowie Einzelspenden und Hypotheken konnten die Baukosten von 66000 Franken gedeckt werden. Innerhalb von sieben Monaten sei der Traum Wirklichkeit geworden. Am 24.Mai 1959 konnte das grosse Einweihungsfest des Heims gefeiert werden. «Mit einem Extrazug der SBB mit fünf Wagen, teils Gepäckwagen für die Behinderten in Rollstühlen, reisten alle voller Vorfreude, ihr eigenes Ferienheim kennen zu lernen, nach Iseltwald», erzählte Ursula Beer. «50 Jahre ist das nun her und in dieser Zeit hat sich sehr viel geändert», sagte die Vizepräsidentin. Seit 1975 ist die Stiftung Ferienheim für Behinderte in Iseltwald selbstständig, losgelöst vom Schweizerischen Invalidenverband (heute Procap). Es seien keine Mitglieder mehr im Stiftungsrat aus der Gründungszeit. «Ebenfalls sind wir, trotz regelmässiger Unterhaltsarbeiten, erneut an einem Zeitpunkt angelangt, an dem neue Gesetzesvorlagen und bauliche Vorschriften uns dazu zwingen, Erneuerungsarbeiten anzugehen.» Beispielsweise der Ersatz der Notleiter durch eine Nottreppe oder Renovierungen in Küche und Bad. Motiviert für die Zukunft «Da heute nicht mehr auf finanzielle Unterstützung gezählt werden kann wie vor 50 Jahren und Subventionen jeglicher Art gekürzt werden, wird dies zu einer grossen finanziellen Belastung führen.» Trotzdem sei man überzeugt, diese dringend nötigen Renovationsarbeiten Schritt für Schritt in den nächsten Jahren zu realisieren. Auch was die Betriebszeiten des Ferienheims angeht, kündigte Ursula Beer Überlegungen an. Bisher ist das Haus nur während der warmen Jahreszeit geöffnet. Es stelle sich die Frage, ob sich an dieser Situation etwas ändern liesse, um auch ausserhalb der Saison Mieteinnahmen zu realisieren. «Der Stiftungsrat ist jedenfalls motiviert, auch in Zukunft sein Bestes zu geben, für seine Gäste, für das Haus und für Iseltwald.» Besucher aus Burgdorf Mit diesen Worten schloss die Vizepräsidentin ihre Rede anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums des ersten Ferienheims für Behinderte in der Schweiz. Viele Besucher aus der Region Burgdorf und Iseltwald waren zum Tag der offenen Tür gekommen und genossen einen reichhaltigen Apéro sowie Bratwurst vom Grill. Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Musikgesellschaft Iseltwald. Gebucht wird das Heim ausschliesslich durch Gruppen aus Kinder-, Behinderten- und Altersheimen aus der ganzen Schweiz. pd/jez •www.ferienheim-iseltwald.ch >

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