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Senioren im Falken wehren sich gegen Schliessung

ThunDie Bewohnerinnen und Bewohner des Seniorenheims Falken im Bälliz sind ausser sich. Denn sie sollen auf ihre alten Tage noch einmal umziehen müssen.

«Während des Essens ist es hier meistens mucksmäuschenstill», sagt der pensionierte Architekt Hansruedi Bolliger, der in Uetendorf wohnt und zweimal wöchentlich im Falken zu Mittag isst. «Als aber bekannt wurde, dass die 28 Bewohner ausziehen müssen, war es mit der Ruhe schlagartig vorbei.» Der Grund für die Aufregung: Die WIA Wohnen im Alter AG hatte Mitte letzter Woche bekannt gegeben, dass sie sich bei ihren Altersheimen auf die Standorte Martinzentrum und Sonnmatt konzentrieren und im Gegenzug vier Heime schliessen wird: Neben dem Falken sind dies der Hohmadpark, die Schönmatt und die Untere Mühle in Steffisburg. Die Bewohner der betroffenen Institutionen müssen deshalb ins Martinzentrum oder in die Sonnmatt umziehen (vgl. Ausgabe vom 9.Februar). Bolliger setzt sich seither für die Falken-Leute ein: «Es ist heute bekannt, dass Senioren sich an Orten wohl fühlen, wo das Leben pulsiert – nicht auf einem Abstellgleis an der Peripherie.» Für ihn ist das Argument der WIA nicht stichhaltig: «Sie sagt, die Gesamtsanierung des Falken würde doppelt so viel kosten wie ein Neubau. Ich habe mein Leben lang Häuser umgebaut und bin sicher, dass ich ein Projekt liefern kann, das massiv günstiger ist.» Künftig als Genossenschaft? Doch damit nicht genug: Gestern Abend zeigten die Falken-Bewohner einer Delegation der WIA im Rahmen einer Informationsveranstaltung, was sie von den Schliessungsplänen halten. Sie hielten ihnen Kartonschilder mit Parolen entgegen, die ihre Gemütslage ausdrückten: «Wir wollen nicht weggeschickt werden», «Wir sind eine grosse Familie» und «Wir sind keine Aktien». Diese Aktion soll nur ein Anfang sein, sagt Hansruedi Bolliger weiter. «Wir hoffen, dass die WIA auf ihren Entscheid zurückkommt. Unser Protest ist also nicht nur symbolisch!» Er kann sich beispielsweise vorstellen, dass der Falken künftig als Genossenschaft weitergeführt werden kann.Marc Imboden>

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