Zum Hauptinhalt springen

Sind die Holzpflöcke rechtswidrig?

Dass bei der Aussteckung der geplanten Gondelbahn auf den Weissenstein einige Bauprofile durch niedrige Holzpflöcke ersetzt wurden, stört den Verein Prosesseli. Er hat deshalb Einsprache dagegen eingereicht.

Der vordere Teil der Station auf dem Nesselboden und die Masten sind nur mit Pfosten gekennzeichnet.
Der vordere Teil der Station auf dem Nesselboden und die Masten sind nur mit Pfosten gekennzeichnet.
Beat Mathys

Dass der Schweizer Heimatschutz gegen das Projekt Einsprache einreichen wird, ist bereits seit geraumer Zeit bekannt, ebenso die Absicht der Organisation, sie notfalls bis vor Bundesgericht zu ziehen.

Diese Woche haben nun der Heimatschutz und der Verein Prosesseli bereits gegen die Profilierung der neuen Bahn Einsprache eingereicht. Er bemängelt, dass die Standorte der Masten und der vordere Teil der Mittelstation Nesselboden nur mit Pflöcken markiert sind, auf denen die genauen Masse angegeben sind.

Mit dem BAV abgesprochen

Die Verantwortlichen der Seilbahn Weissenstein AG erklären, sie hätten die Profilierung gemäss den Vorgaben des Bundesamts für Verkehr (BAV) vorgenommen, was auch das BAV so bestätigt. Eine Vorgabe besagte demnach, dass für den vorderen Teil der Mittelstation und für die Masten keine Profile aufgestellt werden sollten.

Dies aus Sicherheitsgründen, weil die Profile bei starkem Wind mit den Drähten der Seilbahn in Berührung kommen könnten. Bei der Mittelstation weicht das neue Trassee der Bahn aber am stärksten von alten ab: Die Station wird über zehn Meter neben der bestehenden zu stehen kommen – zumindest aus Sicht eines Laien bräuchte es einen ausgewachsenen Sturm, damit die Profile den Drähten des Sessellifts in die Quere kommen könnten.

«Ein Schutzargument»

So schreibt Prosesseli in seiner Einsprache auch, das Argument, dass aus Sicherheitsgründen nicht vorschriftsgemäss profiliert werden könne, sei ein reines Schutzargument. «Argumente, um über das wahre Ausmass der geplanten Gondelbahn und deren unwiderruflicher und nicht wieder gutzumachender Eingriff in ein BLN-Objekt dem Personenkreis von direkt und indirekt Interessierten hinweg zu täuschen.» Entgegen dem Gesetzeswortlaut seien gerade die wichtigsten Profile nicht aufgestellt worden. Um das Ausmass der Masten auch optisch deutlich darzustellen, müssten insbesondere die Profile für die Masten auf der Krete mit farbigen Ballonen gekennzeichnet werden.

Beim BAV sieht man die Sache anders: «Wir gehen davon aus, dass die Profilierung so in Ordnung ist», sagt Pressesprecher Davide Demicheli. «Bei einem Seilbahnprojekt dieser Art ist es durchaus Usanz, dass anstelle von Profilen Pfosten gesetzt werden.» In den nächsten Tagen würden aber Fachleute vom BAV die Profilierung vor Ort kontrollieren.

Falls die Einsprache gutgeheissen wird, müssen die Profile noch aufgestellt werden. Zudem verlängert sich die Planauflage damit ab diesem Zeitpunkt um 30 Tage.

ST/fri

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch