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Software-Gigant rettet Berner RTC

Das angeschlagene Berner Informatikunternehmen RTC scheint gerettet: Durch eine Kooperation mit dem Softwareriesen HP können die 400 Arbeitsplätze und die unmittelbare Zukunft gesichert werden.

Lange wurde spekuliert, welcher der beiden amerikanischen Software-Giganten IBM oder Hewlett-Packard (HP) bei der Berner Informatikdienstleisterin Real-Time Center AG (RTC) einsteigen würde. Inzwischen steht fest: HP machte das Rennen. Gestern Abend wurden die rund 400 Mitarbeiter durch den RTC-Verwaltungsrat im Kursaal Bern über die Kooperation mit HP informiert. Die wichtigsten Fakten: HP übernimmt in den Rechenzentren zwar das Kommando, RTC bleibt aber selbstständig und geht nicht in Besitz von Hewlett-Packard über. Die Berner Kantonalbank bleibt mit rund 65 Prozent Anteilen Mehrheitsaktionärin der RTC AG. Eine Übernahme von RTC durch HP stand offenbar nie zur Debatte. «Geld von Seiten von HP fliesst nur im Rahmen gemeinsamer Projekte», sagte RTC-Sprecherin Sabrina Schöpping gestern Abend auf Anfrage. Vorerst kein Stellenabbau Fakt ist auch, und das dürfte das RTC-Personal nach Monaten der Ungewissheit erleichtert zur Kenntnis genommen haben: Durch die Kooperation mit HP gehen am Sitz im Liebefeld keine Jobs verloren, und der Standort bleibt erhalten. Unter anderem deshalb dürfte die Wahl auf HP gefallen sein. Wie Sabrina Schöpping bestätigte, habe auch IBM eine Offerte für eine Zusammenarbeit mit RTC eingereicht, die gleichwertig gewesen sei. HP habe aber im Gegensatz zu IBM explizit garantiert, dass kein Stellenabbau zu befürchten sei. RTC will Europa erobern Im Liebefeld wollen RTC und HP gemeinsam ein Banking Service Center aufbauen, welches von der langjährigen Erfahrung von RTC in den Bereichen IT-Outsourcing und Bankensoftware sowie dem Know-how von HP profitieren soll. Es sei durchaus denkbar, dass HP im Lauf der Zeit weitere Aktivitäten im Liebefeld konzentrieren wolle, heisst es in einer Mitteilung. Gemeinsam mit dem starken und gut vernetzten Partner HP, der weltweit in mehr als 170 Ländern tätig ist, will RTC mit seiner neuen Bankensoftware Ibis3G neben dem schweizerischen auch den europäischen Markt erobern und neue Kunden gewinnen. Kunden-Exodus Und neue Kunden braucht RTC dringend: Wegen massiver Verzögerungen bei der Entwicklung der neuen Bankensoftware Ibis3G sind auf einen Schlag über 50 der insgesamt 60 Partnerbanken abgesprungen. Heute arbeiten nur noch die Berner Kantonalbank, die jurassische Kantonalbank und die Sparkasse des Bundespersonals mit Ibis3G. Wegen dieser Schieflage war es für RTC höchste Zeit, einen starken Partner zu finden. Andernfalls wäre ein Grossteil der Arbeitsplätze im Liebefeld gefährdet gewesen. Power aus Kalifornien Mit HP hat sich RTC einen Partner ausgesucht, der in der Herstellung von Computern, Druckgeräten und Software weltweit eine führende Stellung einnimmt und zudem auf IT-Lösungen für grössere Unternehmen spezialisiert ist. HP hat seinen Hauptsitz in Palo Alto in Kalifornien. Philippe Müller >

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