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Spätzünderin schafft den Durchbruch

SnowboardDie 25-jährige Sandra Gerber hat an der Schweizer Meisterschaft im Boardercross bekannte Konkurrentinnen hinter sich gelassen und überraschend Silber gewonnen.

Früh aufzustehen, hat sich für Sandra Gerber gelohnt. In Silvaplana trat die Zollbrückerin an der Boardercross-Schweizer-Meisterschaft an, und der Tag endete erfreulich. Gerber positionierte sich hinter Sandra Frei (Flims), aber vor der Ipsacherin Emilie Aubry auf Rang zwei und hatte allen Grund zum Feiern. «Dass ich eine Weltcupfahrerin hinter mir lasse, habe ich nicht erwartet», sagte Sandra Gerber. Die 20-jährige Aubry beendete die Weltcupsaison als beste Schweizerin auf dem achten Gesamtrang. Es begann vor drei Jahren Der Aufstieg der 25-Jährigen erfolgt praktisch aus dem Nichts. Mit dem Snowboarden begonnen hatte sie als Sechstklässlerin, aber erst vor drei Jahren fuhr die Emmentalerin eher zufällig ihr erstes Rennen. «Ich fand es auf Anhieb toll, mich mit Konkurrentinnen zu messen», darum wurde das Projekt weiterverfolgt, und bereits 2009 erfolgte der erste Einsatz im Europacup. In dieser Saison beendete Gerber die Europacup-Wertung als Fünfte, zweimal gelang ihr der Sprung aufs Podest. In Cortina d’Ampezzo (It) und an der Lenk belegte sie jeweils den dritten Platz. «Sandra ist zielstrebig und ehrgeizig», attestiert Kilian Baeriswyl. Der Nachwuchsverantwortliche des Berner Regionalkaders (Babe) ist überzeugt, dass Sandra Gerber den Leistungszenit noch nicht erreicht hat. Premiere in Arosa Dank guten Leistungen durfte die Regionalkaderfahrerin eine Woche vor der nationalen Meisterschaft in Arosa ihre Weltcuppremiere erleben. Die Ränge 20 und 21 belegen, dass der Weg an die Weltspitze noch lang ist. Der Unterschied zum Europacup ist ziemlich gross. «Die Rennstrecke war viel schneller gesteckt, als ich es mir vom Europacup gewohnt war», erklärt Gerber. «Ich hatte dementsprechend Respekt vor der Aufgabe.» Auch der grosse Rummel am Weltcupfinale war für die Aufsteigerin neu. «Zum ersten Mal war eine Fernsehkamera direkt auf mich gerichtet, an derartige Sachen muss ich mich auch erst gewöhnen.» Hoffnung auf B-Kader Spass habe die Teilnahme aber auf jeden Fall gemacht – und vor allem auch Lust auf mehr: «Natürlich will ich im Weltcup Fuss fassen. Das ist doch der logische nächste Schritt.» Gerber muss noch ein Semester an die Uni, danach ist das Studium zur Sport- und Geografielehrerin auf Gymnasiumsstufe absolviert. «Und im nächsten Winter möchte ich mich voll auf den Sport konzentrieren», sagt Sandra Gerber, die hofft, dass sie aufgrund ihrer Leistungen Aufnahme im nationalen B-Kader finden wird. Nach Fahrplan würde die Newcomerin wohl auch in der kommenden Saison noch vorwiegend Europacup-Rennen bestreiten. Sollten die Resultate aber weiterhin stimmen, sind weitere Weltcupeinsätze nur eine Frage der Zeit. Stephan Dietrich>

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