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Spektakel gegen Kontinuität

UnihockeyIn der am Samstag beginnenden Playoff-Finalserie

Zwei Gemeinsamkeiten sind offensichtlich. Beim SV Wiler-Ersigen und dem UHC Alligator Malans, die sich in der am Samstag in der Kirchberger Grossmatthalle beginnenden Playoff-Finalserie der Unihockeyaner gegenüberstehen, handelt es sich um Landvereine. Den Dörfern, in denen sie beheimatet sind, sichern sie einen Platz auf der Sportlandkarte. Ansonsten stechen vornehmlich die Unterschiede ins Auge. Derweil sich die Unteremmentaler in ihrem verhältnismässig grossen Einzugsgebiet bezüglich Palmarès und Ausstrahlung mit keinem auch nur halbwegs ebenbürtigen Sportverein konfrontiert sehen, trennen den Winzerort Malans lediglich 17 Kilometer von der ehemaligen Unihockeyhochburg Chur. Es liegt daher auf der Hand, suchten die Bündner Herrschäftler den Erfolg von Beginn weg auf unkonventionellen Wegen. Louis Liesch, Präsident der ersten Stunde und noch heute in diversen Ämtern für den Verein tätig, lotste in der Saison 1991/1992 Thomas Fogelberg und Torbjörn Jönsson ins Rheintal. Die ersten Schweden in Schweizer Unihockeydiensten sorgten auf dem Feld wie im Nachtleben für Aufsehen, hielten es fernab der Heimat jedoch nicht sonderlich lange aus. Neun Jahre später – Malans war 1997 und 1999 Meister geworden – engagierten Liesch und Trainer Thomas Berger völlig überraschend zwei Russen. Die Nervosität, die der Schachzug in den Reihen der Gegner auslöste, war freilich grösser als die Wirkung, welche die jungen Sibirier auf dem Feld entfachten. Finnische «Exklave» Bei Wiler-Ersigen liess man es ruhiger angehen. Hinter der Erfolgsserie der letzten Jahre steht ein kontinuierlicher Aufbau, welcher in der zweiten Hälfte der Neunzigerjahre eingeleitet worden war und im Frühling 2005 mit dem Triple-Gewinn seinen vorläufigen Höhepunkt fand. Patrik Bodén, des Vereins erster Schwede, blieb den Bernern inklusive eines kurzen Unterbruchs sechs Jahre erhalten. Thomas Berger – der ehemalige Malanser war im Sommer 2003 nach einem Abstecher zu den Bern Capitals bei Wiler-Ersigen gelandet – führte die weitgehend mit Eigengewächsen respektive Spielern aus der Region bestückte Mannschaft in den letzten sieben Jahren zu sechs Meistertiteln. Die Generation der Jahrgänge 1981 bis 1984, welche die Bündner Mauer im Frühling 2004 durchbrach, bildet noch immer das Gerüst der Equipe. Seitens der Malanser wird das Geschehen vom Ausländerquartett geprägt. Die Finnen Esa Jussila, Jami Manninen und Petri Hakonen sowie der Tscheche Martin Ostransky finden sich in der Skorerliste allesamt unter den besten zwölf wieder; komplettiert wird die Paradeformation durch den 35-jährigen Exnationalspieler Adrian Capatt. Für die restlichen Linien dürfte gegen Wiler-Ersigen die Abwehrarbeit Priorität haben. Trainer Petteri Nykky passt bestens in die spektakelreiche Geschichte von Alligator Malans, liess sich doch der Finne mit seinem Heimatland an den Weltmeisterschaften 2008 und 2010 jeweils als Goldmedaillengewinner feiern. Es ist davon auszugehen, dass Nykky in der Finalserie zwischendurch ein Auge auf gegnerische Akteure werfen wird. Er gilt als Spitzenkandidat für den vakanten Posten des Schweizer Nationaltrainers. Und über die höchste Anzahl potenzieller Auswahlspieler verfügt seit Jahren Wiler-Ersigen.Micha Jegge >

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