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Sport und Spiel statt einfach Rumhängen

NiederbippJeden Samstagabend können sich von nun an

«Das ist megacool», findet Ivana Milosevic strahlend. Die 13-Jährige verbringt den Samstagabend zusammen mit ihren Freundinnen in der Sporthalle Lehnfluh. «Sonst würde ich jetzt wahrscheinlich daheim herumhängen, fernsehen oder vor dem PC sitzen.» Stattdessen sitzt sie mit ihren Kolleginnen auf der dicken Schaumstoffmatte vor dem DJ-Pult und geniesst das muntere Treiben in der Turnhalle. Mehr als die Hälfte der Klassenkameraden seien hier, meint die Niederbipperin. Rund fünfundvierzig Teenager vergnügen sich an diesem Abend bei Fussball, Unihockey, Trampolinspringen und Basketball. Wer sich nicht gerne sportlich betätigen will, kann auf der dicken Matte sitzen, mit andern tratschen oder sich beim Tischfussball vergnügen. Geöffnet ist die Turnhalle jeden Samstag von 21 Uhr bis Mitternacht. Weg von der Strasse «Niederbipp hatte Probleme mit Jugendlichen, die randalierten und Sachen beschädigten», sagt Martin Glaser, Projektkoordinator von «Midnight Niederbipp». Deshalb hätte die Gemeinde gehandelt und nach Möglichkeiten für eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung für Jugendliche gesucht. «Midnight Niederbipp» ist das siebte «Midnight Sports»-Projekt, welches Glaser begleitet. Nach einer viermonatigen Pilotphase wird die Gemeinde darüber befinden, ob das Projekt weitergeführt wird. In 95 Prozent der Fälle sei dies bisher der Fall gewesen, sagt Glaser. Junge packen selber an Es sei sehr wichtig, dass die Anlässe von professionellen Leuten geleitet und diese dafür auch entlöhnt würden, meint Glaser. Für Niederbipp engagierte er deshalb die Sportstudentin Carla Scheidegger und beauftragte sie auch gleich mit der Projektleitung. Carla Scheidegger schmunzelt. «Wir haben ganz viele freiwillige Helferinnen und Helfer» sagt sie stolz. Als die Projektleiterin in den Oberstufenklassen nach sogenannten Junior Coaches fragte, hätten sich 53 Jugendliche gemeldet. Jeden Samstag stehen nun ein paar von ihnen im Einsatz. Sie sind durch orange T-Shirts gekennzeichnet und kontrollieren den Eingang, nehmen die Adressen auf, helfen bei der Organisation der Spiele, wählen die Musik aus oder verkaufen am Kiosk Getränke und kleine Snacks. Zusätzlich wird Carla Scheidegger jeweils auch von zwei Senior Coaches unterstützt. «Die Jugendlichen sind selbstständig, wir achten vor allem auf Fairness», meint Senior Coach Mona Gnägi. Die 18-Jährige ist zufrieden, die Spiele verlaufen fair. Respekt ist eine der zentralen Regeln von «Midnight Sports». Fussball ohne Schiedsrichter Fair geht es auch beim Fussball zu und her. Senior Coach Florian Gertsch steht am Rand des Fussballfeldes und beobachtet das Spiel. «Ich hätte mich als Schiedsrichter zur Verfügung gestellt», doch es braucht mich gar nicht. Gespielt wird in Viererteams. Wer zwei Tore kassiert, muss auf die Bank. Nicht einmal beim Penaltyentscheid gibt es Streit. Die Jungs spielen mit grossem Einsatz, aber fair. Mit eigenem Kiosk Ramona Näf sitzt am kleinen Kiosk mit Getränken und Snacks. «Rivella ist besonders beliebt», sagt die 14-Jährige und trägt alles, was sie verkauft, in eine Liste ein. Auch sie freut sich über das neue Samstagsangebot. «Sonst würde ich mich zu Hause langweilen und vielleicht schon schlafen», meint sie. Müde ist sie heute noch lange nicht und lässt sich deshalb am Kiosk ablösen. Auch sie will jetzt noch in der Turnhalle herumtollen. Franziska Affolter>

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