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Sportplatzstreit landet vor Gericht

Verliert der FC Kestenholz im Herbst eines seiner Spielfelder? Diese Frage schwebt über dem Zwist zwischen dem Verein und Landwirt Peter von Däniken. Nächste Woche befasst sich das Amtsgericht mit dem Fall.

Der Fussballclub hatte von Grundbesitzer von Däniken das Land gemietet, auf dem sich ein Spielfeld befindet. Im Oktober kündigte von Däniken den Mietvertrag per 30. September. Der Platz werde verschmutzt, Schulkinder spielten darauf vor während und nach der Schule. Aus dem Mietvertrag mit dem Fussballclub geht hervor, dass dies verboten ist. Weiter werde sein bewirtschaftetes Land beschädigt, indem Personen darüber zum Sportplatz gingen.Anders sieht es FC-Vereinspräsident René Baumann: «Es ist nicht so schlimm, wie es dargestellt wird. Und wir können doch nicht Schulkindern, die auf dem Platz spielen möchten, das verbieten.»Vorschläge von GemeindeTermine vor der Mietschlichtungsbehörde und beim Friedensrichter führten zu keiner Lösung. Der Verein wandte sich ans Amtsgericht, am 5. Mai ist die Verhandlung angesetzt.Dann schaltete sich der Gemeinderat ein und machte von Däniken zwei Vorschläge. «Die Gemeinde versucht, Vereine zu unterstützen, die Jugendarbeit machen. Daher sind wir an einer Weiternutzung des Sportplatzes interessiert», sagt Gemeindepräsident Roger Wyss.Ein Vorschlag besteht darin, dass die Gemeinde dem 50-jährigen von Däniken einen Pachtvertrag, gültig bis zu dessen 65. Lebensjahr, also bis zur Pensionierung, für ein 168 Aren grosses Landstück anbietet, das er derzeit bereits in Pacht hat. Der derzeitige Pachtvertrag läuft nach von Dänikens Angaben jeweils sechs Jahre und verlängert sich automatisch, wenn er nicht gekündigt wird. «Wir wollten Herrn von Däniken so eine Sicherheit geben, dass er bis zur Pensionierung das Land bewirtschaften kann», erklärt Wyss. Von Däniken habe bei Gesprächen die Sorge geäussert, seine Existenz könne gefährdet sein, sollte die Gemeinde den Pachtvertrag irgendwann kündigen. Als Gegenleistung zum langfristigen Pachtvertrag solle der Landwirt den Sportplatz bis zum 65. Lebensjahr an den Verein zum bisherigen Preis vermieten.Landabtausch abgelehntVon Däniken lehnte ab. «Ich hätte keine Vorteile dadurch, etwa durch bessere Planungssicherheit. Denn die Gemeinde kann den Pachtvertrag ohnehin nur kündigen, wenn ich ihn nicht richtig bewirtschafte. Und ich bewirtschafte ihn richtig.» Der Anwalt des FC Kestenholz, Christoph Schönberg, ist der Auffassung, der Vertrag könne auch in anderen Fällen gekündigt werden.Der zweite Vorschlag sieht einen Landabtausch vor. Die Gemeinde würde das 168 Aren grosse Grundstück in der Landwirtschaftszone, das von Däniken derzeit von der Gemeinde pachtet, gegen ein Grundstück aus dem Besitz von Dänikens von 163 Aren tauschen, auf dem sich der Sportplatz befindet. So könnte die Gemeinde die Nutzung durch den Verein sichern.«Das ist kein Vorschlag», sagt von Däniken. Der Grund, auf dem der Sportplatz liegt, hat den Status als Reserveland. Bei Bedarf würde er in eine Zone für öffentliche Bauten umgezont, was aber derzeit nicht ansteht. Der Quadratmeterpreis von Land für öffentliche Bauten sei viel höher als der Preis für das zum Tausch angebotene Land in der Landwirtschaftszone. Gemeindepräsident Roger Wyss sagt hingegen: «Eingezont ist der Grund in der Landwirtschaftszone. Gemäss der Rechtsprechung ist der gegenwärtige Wert unabhängig davon, was einmal damit passieren könnte.» Eine Umzonung müsse vom Kanton abgesegnet werden, was ja nicht sicher sei. «Es ist schade, dass man sich nicht finden konnte», so Wyss zu den abgelehnten Vorschlägen.Wichtige JugendarbeitWie von Däniken sagt, gehe es ihm nicht darum, etwas gegen den FC Kestenholz zu machen, er sei stets offen für Gespräche gewesen und bleibe dies. Aber: «Mit Herrn Baumann und Herrn Schönberg werde ich nicht mehr diskutieren, nach dem, was vorgefallen ist.» Er habe erwartet, dass Vereinsvertreter nach der Kündigung mit ihm das Gespräch suchen, um eine Einigung herbeizuführen. «Doch sie haben sofort einen Anwalt beigezogen.» Wegen der Kündigungsanfechtungsfristen habe der FC umgehend handeln müssen, erwidert Schönberg.Trotz des Gerichtsprozesses, der FC Kestenholz und die Gemeinde signalisieren weiter Gesprächsbereitschaft. René Baumann: «Wir müssen zuversichtlich bleiben, schliesslich benötigen wir den Platz.» Der Verein nutzt das Spielfeld vorab durch seine Jugendmannschaften, die rund 130 Mitglieder zählen. Und Gemeindepräsident Wyss sagt: «Ich hoffe, dass Herr von Däniken einen Vorschlag macht und es doch noch eine Lösung gibt.»

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