Zum Hauptinhalt springen

Stadt sucht Lösung mit dem Kanton

Der Burgdorfer Gemeinderat will kein Konzept für Fahrende erarbeiten. Er wartet auf Vorschläge des Kantons. Die SVP verlangt von der Stadtregierung, den Zigeunern einen Platz samt Infrastruktur

Wenn Fahrende in Burgdorf Halt machen, tun sie dies in der Gewissheit, nicht bei allen Einwohnerinnen und Einwohnern willkommen zu sein. Im Oktober hatte ein Clan seine Fahrzeuge kaum auf dem Viehmarktplatz abgestellt, als sich auf der Redaktion dieser Zeitung auch schon jemand beschwerte, dass soeben Zigeuner mit 28 Autos in der Emmestadt eingetroffen seien. Auch wenn eine Nachfrage bei der Stadtpolizei ergab, dass es sich lediglich um fünf Wagen handle, und obwohl die zuständigen Stellen versicherten, dass die Familie «keine Probleme» verursache – der Unmut blieb. «Unrat, Fäkalien, Papier» Die SVP-Fraktion im Burgdorfer Parlament glaubt zu wissen, woher die Abneigung gegen die Fremden rührt: «Während der Anwesenheit der Fahrenden muss die Anwohnerschaft zum Teil auf ihre Nachtruhe verzichten. Mehrere Anwohner haben sich über die Luftqualität während der Anwesenheit der Fahrenden beschwert. Trotz hygienischer Toilette, die jeweils von der Stadt zur Verfügung gestellt wird, werden die Grünstreifen mit Unrat, Fäkalien und Papierrollen belegt», teilt die SVP dem Gemeinderat mit. Wie die Stadt ihr alle Jahre wiederkehrendes Problem mit den Fahrenden lösen könnte, ist für die Volkspartei klar: indem sie den Zigeunern einen Standort und die Infrastruktur zur Verfügung stellt. Dazu will die SVP den Gemeinderat mit einem Auftrag verpflichten, über den der Stadtrat am Montag in einer Woche abstimmt. Nicht nur in Burgdorf In ihrer Stellungnahme zuhanden des Parlaments räumt die Burgdorfer Exekutive ein, dass wegen der Fahrenden «Handlungsbedarf» bestehe. Doch für Burgdorf gebe es keinen Grund, eine eigene Lösung auszuarbeiten. Denn unter der Regie des AGR habe eine Arbeitsgruppe für die Aufgabenteilung bei der Planung, der Erstellung und dem Betrieb von Plätzen für Fahrende ein Konzept erarbeitet. Es stütze sich auf Abklärungen, die das AGR im Jahr 2008 im Auftrag der Regierungsstatthalterinnen und -statthalter vorgenommen hatte. Diese Umfrage habe ergeben, dass die Gemeinden vom Kanton «zusätzliche Unterstützung erwarten». Drei Parteien in der Pflicht Dem AGR schwebt laut Erich Linder, dem stellvertretenden Leiter der Abteilung Kantonsplanung, vor, im kantonalen Richtplan Plätze für Fahrende festzulegen. Die Erstellungskosten sollte der Kanton übernehmen. Die Gemeinden sollen die Plätze im Rahmen ihrer Ortsplanung zonenrechtlich sichern und sich um den Betrieb und die Betreuung kümmern. Für den Unterhalt und die Sicherheit auf und bei den Standorten wären ebenfalls die Gemeinden verantwortlich. Die Fahrenden ihrerseits hätten für die Plätze «kostendeckende Mieten» zu bezahlen und müssten die Standorte sauber halten. «Ambitiöses Ziel» Laut Erich Linder befindet sich das Konzept «in der Konsolidierungsphase». Wann es umgesetzt wird, könne er nicht sagen. Im Idealfall würden im Rahmen der laufenden Richtplanrevision noch in diesem Jahr Taten aus Worten, sagt Linder. Und schränkt gleichzeitig ein, dass dies «ein ambitiöses Ziel» sei. Johannes Hofstetter>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch