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Stadtrat vertagt die Diskussion

Kein Nein, aber auch kein Ja: Der Thuner Stadtrat brach gestern Abend die Diskussion um den Uferweg Bahnhof Scherzligen mittels Ordnungsantrag einstimmig ab. Die Diskussion wird im Frühjahr 2010 neu aufgenommen.

Nach der dreistündigen Monsterdebatte um das Budget (vgl. Bericht unten) eröffnete Bauvorsteherin Jolanda Moser (FDP) die Debatte um den 3,6 Millionen-Franken-Kredit für den Uferweg vom Bahnhof bis zur Kirche Scherzligen mit Erklärungen von Zusammenhängen: «Thun hat seit langem ein Verkehrsproblem, und die Antwort darauf ist das Agglomerationsprogramm mit dem Bypass Thun Nord und den flankierenden Massnahmen.» Dazu gehörten solche für den Langsamverkehr – wie es der Uferweg sei (wir berichteten). «Wenn wir Geld vom Bund wollen, müssen wir die Hausaufgaben erledigen und den Umsetzungsstand der Projekte vorantreiben – sonst reduziert sich die finanzielle Beteiligung von 40 Prozent oder fliesst das Geld gar in eine andere Agglomerationsgemeinde», erklärte sie. Druck sorgt für Unmut Genau dieser Druck sorgte im Rat für Unmut: «Wir müssen diesen Weg bauen, der uns nun noch eine Million Franken kostet – wir können eigentlich gar nicht anders entscheiden», sagte Daniel Jacobsen als Sachkommissionspräsident. «Es ist ein Dilemma», ärgerte sich Roman Gimmel (SVP-Fraktion): «Wir wollen den Uferweg, doch nicht so und nicht jetzt.» Der Bund müsse eine Zusicherung zur Mitfinanzierung abgeben. «Die Mehrkosten sind zum Teil nicht nachvollziehbar», erhob Jürg Dällenbach (Fraktion CVP/EVP) die Stimme. Wieso es einen Steg über den Kohleweiher brauche, wenn es auf der gegenüberliegenden Strassenseite ein Trottoir gebe. «Und immer wird mit der Abhängigkeit für die Finanzierung gedroht!» Doch es bleibe einem nichts anderes übrig, als die Faust im Sack zu machen und Ja zu sagen. Projekt zu perfekt? Auch die FDP enervierte sich: «Eine halbbatzige Lösung wird von Bund und Kanton nicht bewilligt. Das ist Perfektionismus in Reinkultur», fand Peter Dütschler. Doch wer den Bypass wolle, müsse Ja sagen. «Mir wäre am liebsten», votierte Jonas Baumann (EVP), «wenn das Projekt abgespeckt würde und dafür auch Geld für eine neue Querung über die Aare bei der Kirche übrig bleiben würde.» Thomas Notter (CVP) blies ins gleiche Horn: «Der Gemeinderat muss das Projekt zurücknehmen und abgespeckt bringen – inklusive Querung der Aare.» Die Diskussion vertagt Um 21.15 Uhr setzte Raphael Lanz (SVP) der Debatte einen Schlusspunkt. «Es sind noch zu viele Fragen offen, und über ein solch komplexes Geschäft zu später Stunde zu entscheiden ist zu riskant», sagte er und stellte den Ordnungsantrag, die Diskussion sofort einzustellen und zu verschieben. Einstimmig vertagte der Rat die Debatte. Bauvorsteherin Jolanda Moser schlug schliesslich vor: «Wir bringen das Geschäft neu und ergänzt wieder in den Stadtrat – und zwar nach dem Informationsanlass zum Bypass Thun Nord vom 27.Januar.» Franziska Streun>

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