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Steffisburg hat jetzt eigenes Geld

ZahlungsmittelDamit die Bevölkerung ihr Geld vermehrt im Dorf selbst ausgibt, lanciert das Gewerbe die sogenannte Steffiscard. Vom Prinzip her funktioniert sie ähnlich wie Reka-Checks. Das neue Geld kann ab heute eingesetzt werden.

«Es ist mir bewusst, dass neue Währungen zurzeit einen ziemlich schweren Stand haben», sagt Steffisburgs Gemeindepräsident Jürg Marti (SVP) mit einem augenzwinkernden Seitenhieb auf die aktuelle Eurokrise. Nichtsdestotrotz gehen die Erfinder der Steffiscard das Wagnis ein und lancieren das neue Zahlungsmittel. Hinter der Idee steckt die Innovationsabteilung der Net Zulg AG sowie als Trägerverein der Handwerker- und Gewerbeverein Steffisburg und Umgebung (HGV), die für ihr Vorhaben die Gemeinde sowie als Finanzpartner die AEK Bank 1826, die Spar + Leihkasse Steffisburg (neu: Valiant) und die Raiffeisenbank an Bord geholt haben. Offiziell eingeführt und der Öffentlichkeit zum ersten Mal vorgestellt wird die Steffiscard heute um 19 Uhr im Rahmen des 20.Chrischtchindlimärits (vgl. Kasten) im Zelt auf dem Dorfplatz. Vergleichbar mit Reka-Checks Das Prinzip ist ziemlich simpel: Die Karte wandelt normales Geld in zweckbestimmtes Geld um. Dieses kann ausschliesslich bei Steffisburger Firmen, Handels- und Gewerbebetrieben als Zahlungsmittel eingesetzt werden. «Die Steffiscard ist fast ein wenig wie Reka-Checks zu verstehen», erklärt Beat Stoll, Teilprojektleiter Innovation bei der Net Zulg AG. Ein vergleichbares Geldsystem sei etwa auch der Grächen-Dollar, der in der gleichnamigen Walliser Gemeinde als Zahlungsmittel zum Einsatz komme. Zurzeit beteiligen sich rund 50 Gewerbetreibende an der Aktion. Die Teilnehmerliste soll jedoch weiter wachsen und wird im Internet auch laufend aktualisiert (vgl. Hinweis am Textende). «Unser Ziel ist es, dass am Ende doppelt so viele mitmachen wie jetzt zu Beginn», sagt Stoll. Die lokal ansässigen Betriebe können dabei entweder als Verkaufsstelle der Karte, als Annahmestelle oder als beides fungieren. Die Anmeldung erfolgt via Net Zulg AG. Die Betriebe können eine beliebige Menge Karten zum Nennwert bei den Finanzpartnern beziehen und sie dann weiter veräussern. «Total haben wir Steffiscards im Wert von 360000 Franken anfertigen lassen, die jetzt in Umlauf kommen», hält Stoll fest. Farblich gleich wie Banknoten Entworfen worden sind die vier Karten mit den Geldwerten von 10, 20, 50 und 100 Franken von der Steffisburger Werbeagentur Werbemacher.ch. Die Herstellung erfolgte in der Sicherheitsdruckerei Trüb AG in Aarau. Farblich orientiert sich das neue Zahlungsmittel an den echten Schweizer Banknoten. So ist etwa die Steffiscard mit dem Wert von 20 Franken in Rot gehalten. Am Ursprung der Steffiscard stand übrigens eine andere Aktion der Net Zulg. Die Firma verschickte aufgrund ihres guten Ergebnisses im Frühling 2010 einen während eines Jahres gültigen 50-Franken-Gutschein an alle Steffisburger Haushalte (wir berichteten). Die Aktion erzeugte sowohl bei Kunden als auch im Handel viele positive Rückmeldungen und findet nun mit der Steffiscard eine dauerhafte Fortsetzung. «Die Karte soll dafür sorgen, dass der Kundenumsatz in Steffisburg bleibt», fasst Stoll zusammen.Gabriel BergerEine laufend aktualisierte Liste aller Verkaufs- & Annahmestellen gibts unter www.netzulg.ch/steffiscard>

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