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Steffisburg ist an Thun vorbeigezogen

RatingWie wirtschaftsfreundlich sind die Gemeinden des Berner Oberlands? Der Handels- und Industrieverein (HIV) kürt im neuen Rating Steffisburg als Sieger, dicht gefolgt von Thun auf dem zweiten Rang. Heimberg überraschte indes mit einer deutlichen Steigerung.

Alle vier Jahre bewertet der Handels- und Industrieverein (HIV) die Gemeinden des ganzen Kantons auf ihre Wirtschaftsfreundlichkeit. Gestern präsentierten die Verantwortlichen im Thuner Stadtratssaal die Resultate des Ratings von total 23 Berner Oberländer Gemeinden, die teilgenommen haben (vgl. Grafik). Vorneweg sei genommen, dass die Berner-Mittelland-Gemeinde Wahlern auf Rang 15 aufgeführt ist. Dies wird vom HIV seit dem ersten Rating 1998 so gehandhabt und dient Vergleichszwecken. Als sehr wirtschaftsfreundlich und als Vorbild in Sachen Standortqualität im Berner Oberland stechen die Gemeinden Steffisburg auf dem ersten und Thun auf dem zweiten Rang hervor. Steffisburg zeichnet sich gegenüber der Bewertung vor vier Jahren durch eine Verbesserung des öffentlichen Lokalverkehrs, eine höhere Verfügbarkeit von Arbeitsflächen, den Ausbau von Kinder- und Jugendangeboten und durch Steuersenkungen aus. Gemeindepräsident Jürg Marti (SVP) war persönlich an der Rangverkündigung anwesend. Er freute sich über den ersten Platz und kann sich auch vorstellen, warum Steffisburg so gut abschnitt. «Mitgespielt haben da sicher der Erwerb der Baulandreserve von der Burgergemeinde und die Entwicklung unseres Bahnhofs», sagte Marti, der nichts hält von wirtschaftlicher Eigenbrötlerei. «Es ist wichtig, dass Wirtschaftspolitik nicht im kleinen Kämmerchen gemacht wird.» Lanz ist zufrieden Während Steffisburg gegenüber 2007 gutmachte, hat die Gemeinde Thun verloren. Doch sei der zweite Platz immer noch ein sehr gutes Resultat, wie Stapi Raphael Lanz (SVP) im Nachgang an die Verkündung sagte. Thun büsste bei den Kriterien «Steuern und Gebühren» und «Verkehr und Parkieren» gegenüber dem letzten Vergleich zwei respektive drei Punkte ein. Dafür konnte die Kyburgstadt bei den sogenannten «weichen Standortfaktoren» und bei der «Umgebung und Lebensqualität» insgesamt fünf Zähler zulegen. Lanz lobte das Instrument des HIV-Gemeinderatings (vgl. Kasten). «Wir sind dankbar für solche Vergleiche. So können wir Verbesserungsmöglichkeiten schneller erkennen.» Den zweiten Platz schätze er. «Wir dürfen nicht vergessen, dass wir im Wirtschaftsraum Thun schweizweit immer noch die grösste Dichte an Arbeitsplätzen in der Maschinenindustrie haben.» Heimberg prescht vor Zu den Gewinnern des dritten Gemeinderatings gehört auch Heimberg. Es konnte sich um elf Zähler verbessern und liegt in der Gesamtwertung einen Punkt hinter Spiez auf Rang vier. Die markantesten Fortschritte hat Heimberg in Sachen Umgebung und Lebensqualität erzielt. Hierzu zählen laut Kriterienraster des HIV vor allem die Familien- und Jugendarbeit, aber auch Angebote wie Kinderkrippen und Tagesschulen. Das drittklassierte Spiez gehörte schon 2007 zu den bestklassierten Gemeinden des Oberlands. Beim Rating konnte Spiez bei den Steuern leicht gewinnen. Interlaken schaffte es auf den fünften Platz. Die Gemeinde setzte in der Wirtschaftspolitik Akzente. Adelboden: Ein Aufsteiger Beim dritten Gemeinderating der Berner Oberländer Gemeinden hat es auch steile Auf- und Abstiege gegeben. Die Spitze der Aufsteiger führt Adelboden an, das gegenüber 2007 15 Punkte gutmachen konnte. Ebenfalls wirtschaftsfreundlicher geworden sind Reichenbach (+10 Punkte), Kandersteg und Lauterbrunnen (je +7 Punkte). Von zentraler Bedeutung für den Erfolg war in Adelboden die Senkung der Wasser- und Abfallgebühren. Reichenbach konnte sich in allen fünf Bewertungskriterien verbessern, insbesondere durch die Einführung eines Leitbildes, das klar definierte Ziele zur örtlichen Wirtschaftspolitik beinhaltet. Zu jenen Gemeinden, die gegenüber dem letzten Rating Punkte verloren haben, gehören nebst Thun noch Spiez (–1 Punkt), Interlaken (–1 Punkt), Wilderswil (–1 Punkt) und Oberhofen (–2 Punkt). Doch auf der Grafik links ist erkennbar, dass nur sehr wenige Punkte eingebüsst wurden. Zudem legten 18 von 24 bewerteten Gemeinden zu.Dino Dal Farra>

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