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Sturm, Föhn und Regen im Oberland

wetterIm Oberland sorgten die heftigen Sturmböen von Joachim und der Föhn für einige Bahnunterbrüche und lokale Stromausfälle. Im Saanenland hingegen war der Regen das grössere Problem.

Windböen von bis zu 180 Stundenkilometer registrierte die Jungfraubahn mit ihren eigenen Messanlagen auf dem Jungfraujoch, wie Geschäftsleitungsmitglied Christoph Schläppi am Freitagmittag sagte. Deshalb stellte das Unternehmen vorsorglich den Bahnverkehr zwischen Grindelwald und der Kleinen Scheidegg und zwischen Wengen und dem Jungfraujoch ein. Zwischen Lauterbrunnen und Wengen verkehrten aber die Züge. Nicht die Sturmwinde des Tiefs Joachim bliesen jedoch im Jungfraugebiet so heftig, sondern der Föhn. Schläppi sagte am Freitagmittag, in Interlaken, wo die Fronten aufeinanderträfen, sei es windstill. Auch im westlichen Oberland kam es zu einem Streckenunterbruch auf dem Bahnnetz: Zwischen Zweisimmen und Gstaad fällte der Sturm Bäume, wie die SBB mitteilten. Die MOB setzte auf diesem Abschnitt Busse ein. Die Dauer des Unterbruches war bei Redaktionsschluss nicht klar. Not-Verlad am Lötschberg Auf der Lötschbergstrecke musste die BLS wegen starker Schneefälle auf der Walliser Seite den Autoverlad einschränken. Die Autozüge fuhren ab Kandersteg nicht bis Goppenstein, sondern mit einem reduzierten Fahrplan bis Brig. Ab 14 Uhr fuhr in jede Richtung nur alle zwei Stunden eine Komposition. Die BLS sprach von einem Notautoverlad. Wegen Lawinengefahr war die Zufahrtsstrasse nach Goppenstein für den Verkehr gesperrt worden. Die Regioexpresszüge Lötschberger hielten im Bahnhof Goppenstein ebenfalls nicht an – wegen der Lawinengefahr. Auch Region Thun betroffen In der Region Thun blies der Wind gestern Mittag mit knapp 108 Stundenkilometern. Dabei entstand einiger Sachschaden: Im Gwatt kippte ein Container auf ein parkiertes Auto. Zäune und Baugerüste konnten dem Wind teilweise nicht widerstehen. In Seenähe sah man umgeknickte Masten bei Segelbooten. Saanen: Regen als Problem Christian Brand, Kommandant der Feuerwehr Saanen, war gestern Abend ziemlich beschäftigt: Die langen Regenfälle sorgten für enorme Wassermassen im Saanenland. Entsprechend musste die Feuerwehr intervenieren, wie er gestern nach 18 Uhr sagte: «Ich habe zwei Löschzüge aufgeboten, im Einsatz sind etwa 40 Mann.» Das Problem war der andauernde und bis in grosse Höhen fallende Regen. Problematisch war nicht das Hauptgewässer Saane, sondern die Seitengräben, wie er erklärte. «In kleinen Trupps haben wir die Schächte freigelegt, an manchen Orten mussten wir auspumpen.» Man habe zum Teil auch vorbeugend gearbeitet, damit das Wasser möglichst durch die Röhren abfliessen konnte. Nach 18 Uhr habe sich der Regen glücklicherweise abgeschwächt, der Wind sei bis anhin kaum ein Problem gewesen. Kanton: Über 200 Meldungen Bei der Kantonspolizei Bern sind am Freitag bis 18 Uhr 211 Meldungen aus dem ganzen Kanton über Vorfälle im Zusammenhang mit dem Unwetter eingegangen. Am meisten betroffen war die Region Seeland-Berner Jura mit 124 Meldungen. Die Einsatzzentralen haben zusätzliche Mitarbeiter eingesetzt, um Anrufe aus der Bevölkerung verarbeiten zu können. Im übrigen Teil des Kantons gingen 50 Meldungen aus der Region Mittelland-Emmental-Oberaargau, 20 aus dem Berner Oberland und deren 17 aus der Region Bern ein. Die meisten Meldungen betrafen umgestürzte Bäume, Wasserschäden, beschädigte Hausdächer oder vorübergehend gesperrte Strassen. Zugverkehr wie Individualverkehr wurden beeinträchtigt. So stürzten beispielsweise auf der Autobahn A1 zwischen Mühleberg und Kerzers Bäume um, wodurch der Verkehr behindert wurde. In Tramelan war gegen 6.30 Uhr ein Zug entgleist. Drei Personen mussten ins Spital gefahren werden. Der Bahnverkehr zwischen Tramelan und Tavannes bleibt für unbestimmte Zeit unterbrochen. In Champoz stürzte etwa um 11 Uhr ein Baum auf ein Auto. Dessen Lenker musste leicht verletzt in ein Spital gefahren werden.pkb/pd/hsfSiehe auch Bericht Seite 44>

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