Zum Hauptinhalt springen

Teppiche gehen auf Weltreise

Im Fabrikgebäude der Firma Ruckstuhl sind diesen Monat Teppiche zu sehen, die von verschiedenen Künstlern gestaltet

Was in der Modewelt längst zum Alltag gehört, hat nun seinen Niederschlag auch bei der Teppichfabrik Ruckstuhl in Langenthal gefunden: Mit der «Edition Ruckstuhl 2010» setzt die Firma die Designer ins Zentrum. Edle Designstücke Neun Künstlerinnen und Künstler haben im Auftrag des Firmenleiters Peter Ruckstuhl Kreationen mit experimentellen Ansätzen geschaffen. Es sind nicht alltagstaugliche Teppiche, sondern edle Designstücke, die im Mai im Mehrzweckraum der Fabrik gezeigt werden. «Wir betreten damit Neuland», sagt Ruckstuhl. Die einzige Vorgabe, die den Designerinnen aus der Welt der Architektur, der Mode und der Teppiche gesetzt wurde, war die Arbeit mit Naturmaterialien. Entstanden sind Kunstwerke mit grosser Ausstrahlung. Tanzende Menschen Besonders ins Auge sticht das Werk von Ursula Spicher-Waldburger, gleich am Eingang der Ausstellung. «Venezia» ist eine Art Hommage an die Lagunenstadt. Die farblich gekonnt abgestimmten Namen von Vaporettostationen widerspiegeln das Ambiente von Venedig trefflich. Sie sind in den Schurwollteppich eingestickt, und die Designerin zeigt damit, dass Stickereien keineswegs altmodisch anmuten müssen. Einen anderen Ansatz wählten die Künstler des Ateliers Oï. Die Gruppe aus La Neuveville liess sich von den fliegenden Röcken tanzender Menschen inspirieren. Nur der genaue Beobachter erkennt, dass der aufwendig hergestellte Teppich eine Rhapsodie aus Grautönen ist. «Es sind insgesamt zwölf verschiedene Abstufungen von Grau», erklärt Ruckstuhl. Die kreisförmigen, sich stetig verengenden Wellenlinien, ergänzt durch verschiedene Höhen des Teppichflors, lassen eine Flamencotänzerin vor dem geistigen Auge der Betrachter erscheinen. Grosse Resonanz in Mailand Die «Edition Ruckstuhl 2010» war Mitte April erstmals zu sehen. An der Möbelmesse in Mailand fand laut Ruckstuhl der Teppich «Frisian Wouw» von Claudy Jongstra enorme Beachtung. Die niederländische Textilkünstlerin schuf ein farblich berauschendes Werk aus Filz mit einer wohnlich warmen Ausstrahlung. In Langenthal zieht dieser Teppich ebenfalls den Blick sofort auf sich. Er sticht aus den zwölf Werken der neun beteiligten Künstler heraus. Zu kaufen gibt es ihn nur einmal. Jeder Teppich der Künstlerin ist ein Unikat. Die anderen Objekte sind in einer limitierten Auflage von 25 Stück erhältlich und kosten zwischen 7000 und 20000 Franken. Ursula Grütter Ausstellung «Edition Ruckstuhl 2010»: samstags, 9 bis 16 Uhr, auf dem Gelände der Teppichfabrik Ruckstuhl, Bleienbachstrasse 9, Langenthal. Die Ausstellung dauert noch bis Ende Mai. Anschliessend werden die Werke in verschiedenen Ländern gezeigt. Im Internet können die Teppiche unter dem Stichwort «Edition Ruckstuhl 2010» eingesehen und Informationen zu den Designern nachgelesen werden. >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch