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400 Waffen weniger im Oberland

Bis morgen Mittag können bei der Logistikbasis in Thun Waffen aller Art kostenlos abgegeben werden. Allein gestern waren es über 400 Gewehre, Pistolen und Messer. Ziel ist es, die Zahl der Zwischenfälle mit Waffen zu senken.

Zwei Mädchen beobachten, wie der Karabiner kontrolliert wird, den ihre Mutter abgegeben hat. Auch heute und morgen kann man im Zeughaus seine Waffen loswerden.
Zwei Mädchen beobachten, wie der Karabiner kontrolliert wird, den ihre Mutter abgegeben hat. Auch heute und morgen kann man im Zeughaus seine Waffen loswerden.
Patric Spahni

Sie standen Schlange. Männer und vereinzelt Frauen und Jugendliche warteten gestern um elf Uhr bei der Lagerhalle auf dem Gelände der Logistikbasis an der Allmendstrasse. Die meisten trugen Karabiner umgehängt, einige wogen Revolver und Bajonette in ihren Händen, andere trugen Munitionsschachteln bei sich. In der Halle waren Tische aufgebaut. Dahinter postierten sich Polizisten und Armeeangehörige und wiesen die Waffenträger zu sich. Schnell und unkompliziert wechselten die potenziellen Todbringer die Hände. Sie wurden bestimmt und kontrolliert und wanderten schliesslich in grosse Kisten. Die ehemaligen Besitzer kamen mit einem Zettel, der die Abgabe bestätigte, aus der Halle. Zur Aktion – übrigens die einzige im Berner Oberland – hatte das Amt für Bevölkerungsschutz, Militär und Sport (BSM) geladen. «150 Waffen sind in der ersten Stunde zusammengekommen», sagte Max Dällenbach, Abteilungsleiter Militär beim BSM, um zwölf Uhr. Es sind mehr als bei der Rückgabeaktion in Bern vor rund einer Woche, als in den ersten 60 Minuten rund 110 Waffen abgegeben wurden. Was mit den Schiessprügeln passiere? «Sie werden zerstört.» Vorher werde durch die Polizei überprüft, ob die Waffen sauber sind, ob sie beispielsweise bei einem Delikt verwendet wurden. Polizisten überwachten das Geschehen.

Waffenlos und zum Teil wohl auch erleichtert verliessen die Aktionsteilnehmer das Gelände. Gefragt nach den Gründen für die Abgabe, war in erster Linie zu hören: «Weil ich sie nicht mehr brauche.» An zweiter Stelle kam die Antwort: «Damit nichts passieren kann.» Ulrich Baumgartner aus Steffisburg gab seine 9-Millimeter-Pistole ab. Er habe sie in den 50er-Jahren in der Offiziersschule erhalten. «Jetzt benütze ich sie nicht mehr.» Manfred Wenger, ebenfalls aus Steffisburg, ist seinen Karabiner und seinen Revolver losgeworden. Er könne aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr schiessen. Zudem hüte er öfters seine Grosskinder. Mit der Abgabe wolle er auch der Gefahr eines Unfalls vorbeugen.

«Wollen mehr Sicherheit»

Die SP hatte 2008 in einer Motion gefordert, dass im Rahmen solcher Aktionstage den Waffenbesitzern die Chance gegeben wird, ungebrauchte Waffen und Munition kostenlos abzugeben. «Für uns steht wirklich im Vordergrund, dadurch Unfälle und Tötungsdelikte, wie sie in den letzten Jahren immer wieder geschehen sind, zu verhindern», begründete die Motionärin und Grossrätin Nadine Masshardt von der SP/Juso gestern.

Abgabe immer möglich

Um 17 Uhr war die Aktion zu Ende. Laut Max Dällenbach sind über 400 Gewehre, Pistolen und andere Waffen gesammelt worden. Auch heute und morgen können noch Waffen gebracht werden. Das wird auch danach noch möglich sein.

Waffenabgabe in Thun, Allmendstrasse 96, Gebäude 501. Freitag von 9 bis 17 Uhr, am Samstag von 9 bis 12 Uhr.

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