Im Herbst soll der Lift für Skifuture gebaut werden

Saanen

Das Projekt Skifuture Saanenland wird konkret: Im Herbst soll mit dem Liftbau begonnen und im Winter der alpine Trainingsbetrieb aufgenommen werden. Für den Bau der Sprungschanzen und des Betriebsgebäudes wird hingegen noch Geld benötigt.

Das Projekt Skifuture Saanenland an der Huble umfasst den Bau einer alpinen Piste, zweier Sprungschanzen, einer Loipe, einer Trainingsanlage für Snowboarder und eines Betriebsgebäudes.

Das Projekt Skifuture Saanenland an der Huble umfasst den Bau einer alpinen Piste, zweier Sprungschanzen, einer Loipe, einer Trainingsanlage für Snowboarder und eines Betriebsgebäudes.

(Bild: zvg)

Marius Aschwanden

Lange war es nur eine Vision von Christian Hauswirth: An der Huble bei Saanen soll ein Trainingszentrum für nordische und alpine Disziplinen entstehen, das von einer touristischen Nutzung ausgeschlossen ist. Dass es der ehemalige Skispringer mit seiner Idee ernst meint, wurde spätestens im Dezember 2013 klar. Damals bewilligte der Saaner Souverän einen Gemeindebeitrag von 2 Millionen Franken für das Projekt mit dem Namen Skifuture Saanenland.

Ausbezahlt wird dieser aber erst, wenn die Finanzierung der einzelnen Etappen auch tatsächlich sichergestellt ist. Seit vergangenem Freitag ist nun klar, dass bald mit dem Bau begonnen werden soll. «Wir sind bereit. Die Finanzierung der ersten Etappe ist gesichert, und wir werden im Herbst mit der Realisierung beginnen», sagte Hauswirth anlässlich der ersten öffentlichen Präsentation des Projekts im Kino Rex in Gstaad.

Finanzierung noch offen

Im Rahmen dieser ersten Etappe wird der Bodmelift von der Wispile an den Fuss des Eggli transferiert. Der alte Hublelift steht seit dem Winter 2011/2012 still. Damals fiel während eines Sturms eine Tanne auf das Seil und knickte einen Masten ab. Bereits im Winter 2015/2016 soll dann der alpine Trainingsbetrieb wiederaufgenommen werden.

Kostenpunkt für die erste Etappe: 2,15 Millionen Franken. Das gesamte 8,4 Millionen Franken teure Projekt geht aber über den Bereich Alpin hinaus. Entstehen sollen in drei weiteren Etappen zwei Kindersprungschanzen (HS 68 und HS 35), eine 3 Kilometer lange Loipe, Trainingsmöglichkeiten für Snowboarder oder Freeskier und ein Betriebsgebäude inklusive Garderoben, Kantine und Trockenraum. «Es wird sowohl ein Trainingszentrum als auch ein Areal, auf welchem diverse Wettkämpfe stattfinden können», so Hauswirth. Die Skipiste etwa sei FIS-homologiert und lasse demzufolge internationale Rennen zu.

Momentan ist jedoch die Finanzierung der Sprungschanzen (3,17 Millionen) und des Betriebsgebäudes (2,79 Millionen) nicht gesichert. «Das Projekt ist beim Bundesamt für Sport eingegeben, und wir arbeiten laufend an der Finanzierung.» Noch offen ist auch die Zusammenarbeit mit den Gstaader Bergbahnen im Bereich der Beschneiung und der Pistenpräparation.

Ein nordisches RLZ?

Dass das Trainingszentrum im Saanenland benötigt wird, davon sind die Initianten des Vorhabens überzeugt. «Für die Nachwuchsförderung und die Destination ist das Projekt sehr wichtig, und wir wollen es realisieren. Wenn wir Jugendliche für den Wintersport begeistern können, profitieren letztlich auch die Bergbahnen», so Hauswirth.

Und Philippe Chevalier, Präsident des Regionalen Leistungszentrums (RLZ) Saanenland-Obersimmental, argumentiert: «Wenn heute ein Skiklub oder das RLZ trainieren will, muss zur Sicherheit für die Athleten und Gäste jedes Mal eine Piste abgesperrt werden. Auf einer Privatpiste jedoch wäre die Sicherheit am besten gewährleistet. Zudem könnten wir an der Huble auch Trainings von Nationalmannschaften durchführen.» Schliesslich stellt er in Aussicht, ein RLZ für nordische Disziplinen initiieren zu wollen.

An der Euphorie ändern auch die Bestrebungen in Gadmen und Kandersteg nichts. Während Ersteres zu einem Langlaufzentrum werden will, ist in Letzterem der Bau des Nationalen Nordischen Skizentrums im Gang. «Wichtig ist, dass die Wege von der Schule zu den Trainingsmöglichkeiten kurz sind.

Deshalb sind unsere Schanzen eine perfekte Ergänzung zu Kandersteg», sagt Hauswirth. Im Winter 2015/2016 werde der Betrieb des Lifts wie früher durch die Huble GmbH sichergestellt. Wenn dann aber gemäss Terminplan im Jahr 2017 das gesamte Zentrum erstellt ist, dürfte der Betrieb deutlich teurer werden. Wie dieser dannzumal finanziert wird, muss laut Hauswirth noch im Detail besprochen werden.

Berner Oberländer

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