Am Bahnhof geht vor 2020 nichts

Steffisburg

Die Infrastruktur am Bahnhof ist in die Jahre gekommen. Jetzt hat die BLS nach Vandalenakten auch noch die Sitzbänke demontiert. Wann der Bahnhof der siebtgrössten Gemeinde im Kanton modernisiert wird, ist unklar.

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Marco Zysset@zyssetli

Nachdem die Toiletten wegen Vandalismus zwischenzeitlich geschlossen worden waren (wir haben berichtet) sind sie derzeit die einzigen Sitzgelegenheiten am Bahnhof Steffisburg. Weil Vandalen Bänke, die in der Halle standen, auf die Gleise bugsiert hatten, hat die BLS als Betreiberin des Bahnhofs die Sitzgelegenheiten kurzerhand entfernt. Auf die Frage, ob man die Bänke nicht stattdessen hätte fester verankern können, antwortet Mediensprecher Michael Blum: «Wir schauen, was wir machen können.»

Umbau nicht vor 2020

So oder so steht der Bahnhof Steffisburg nicht zuoberst auf der Prioritätenliste des Transportunternehmens. Eine Gesamtsanierung des Bahnhofs werde frühestens mit der Leistungsvereinbarung ab 2020 mit dem Kanton ein Thema, sagt Blum. Bis dahin ist der Bahnhof wegen der hohen Absätze und tiefen Perrons für behinderte oder alte Menschen nur mühsam oder gar nicht begehbar. «Wir wissen, dass der Bahnhof nicht den Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes entspricht», sagt Blum weiter. «Deshalb ist ebenso klar, dass in Steffisburg vor 2024 etwas gehen muss.» Bis dahin müssen alle Vorgaben des Gesetzes erfüllt sein.

Übergang wird geflickt

Der nächste Bahnhof auf der Linie Thun–Konolfingen, der umgebaut wird, ist aber jener in Oberdiessbach. Weil dort Züge kreuzen müssen, hat er laut Blum höhere Priorität als Steffisburg.

Immerhin: Am 4.November werden die Löcher im Asphalt beim Bahnübergang auf der Aarestrasse, direkt neben dem Bahnhof, geflickt – allerdings auch dies erst, nachdem Anwohner bei der BLS Druck gemacht hatten. Laut Michael Blum steht dann 2016 die Gesamtsanierung des Bahnübergangs an.

Der Wunsch der Gemeinde

Stefan Schneeberger (FDP), Gemeinderat und Vorsteher des Departements Sicherheit, ist überzeugt, dass die BLS den Wunsch der Gemeinde nach einer Aufwertung des Bahnhofs zur Kenntnis genommen hat und sie dessen Erfüllung in ihre Planung einfliessen lässt. «Mit der Entwicklung beim Burgerheim, die schon bald konkret werden dürfte, und der Planung des Gewerbeareals Raum5 haben wir gute Argumente», sagt Schneeberger.

Ein weiteres könnte die STI liefern: Sie hat im Agglomerationsprogramm der 2.Generation eine ÖV-Verbindung zwischen dem Bahnhof Steffisburg und dem ESP Thun-Nord auf der Kleinen Allmend eingegeben. Derzeit liegt das Programm beim Bund zur Beurteilung. Im Angebotskonzept 2014 bis 2017 der regionalen Verkehrskonferenz heisst es: «Ein Bus soll Steffisburg mit dem ESP Bahnhof Steffisburg und dem ESP Thun Nord verbinden.» Möglich, dass dadurch die Frequenzen auf dem Bahnhof derart erhöht werden könnten, dass er in der Prioritätenliste der BLS nach oben rutscht.

Thuner Tagblatt

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