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Auf dem Sofa mit dem Supermodel

Nathalie Güdel (22) war die erste Siegerin der Castingshow «Supermodel». Heute, bald ein Jahr nach ihrer Krönung, arbeitet die Bernerin wieder Vollzeit im Büro. Die zweite Staffel der TV-Sendung auf 3+ verfolgt sie kritisch.

Am 18.Dezember 2007 wurde Nathalie Güdel aus Hünibach ins Rampenlicht katapultiert: Sie siegte in der Castingsendung «Supermodel» des Privatsenders 3+, erhielt einen Modelvertrag mit der Agentur Option, zierte das Cover der Zeitschrift «SI Style». Der Wirbel um die damals 21-jährige gelernte Kauffrau war gross.

Knapp ein Jahr später setzt sich Nathalie Güdel aufs Sofa ihrer eben bezogenen Wohnung in Bern und schaltet den Flachbild-Fernseher ein. Sie will sich die zweite Staffel jener Sendung ansehen, die ihr Leben verändert hat, für eine Weile zumindest. «Ich bin immer noch die gleiche», sagt Nathalie Güdel. Derweil werden am TV die acht Modelkandidatinnen gerade für einen Reis-Werbespot gecastet. Die Bernerin kennt diese Situation.

Nur noch Zuschauerin

Denn viele Aufgaben der ersten und zweiten Staffel ähneln sich. Auch bei den Charakteren der Kandidatinnen gibts Parallelen: Tiffany (22) etwa, die sich ständig in den Mittelpunkt stellt, erinnert an Tanja aus der ersten Staffel, und mit Janine (17) ist wieder ein «Küken» dabei – letztes Jahr hatte Arina (damals 16) diese Rolle inne. Nathalie Güdel registriert solche Gemeinsamkeiten mit einem Schmunzeln. Eine Favoritin hat sie nicht, weil keine der neuen Kandidatinnen sie richtig überzeugt. Das Supermodel 2007 blickt konzentriert in den Fernseher, wo sich die Kandidatinnen in einem Pariser Schloss für ein Fotoshooting im Fechtkampf üben. Die Mädchen scheinen Spass zu haben. Die Realität indes sehe ganz anders aus als das, was die Sendung transportiere, sagt Nathalie Güdel. «Die Show ist Luxus im Vergleich zum wahren Modelleben.»

Zurück im Büro-Alltag

Das «wahre Modelleben» hat Nathalie Güdel während dreier Monate in Mailand erlebt. Dort wurde sie, die kaum Italienisch spricht, «ins kalte Wasser geworfen», war von einem Tag auf den anderen auf sich selbst gestellt. «Mir wurden die Termine mitgeteilt und ein Stadtplan in die Hand gedrückt. Dann hetzte ich von Casting zu Casting.» Bei den Agenturen dann: stundenlanges Warten.

Die Bernerin, die zuvor noch bei ihren Eltern gewohnt hatte, vermisste auch ihre Familie, ihren Freund, ihre Kollegen. Ein «taffer» Alltag wars. Sie sei dadurch aber auch selbstständiger geworden. «Es war eine wertvolle Erfahrung.»

Doch um professionell zu modeln, hätte Nathalie alles auf diese Karte setzen müssen, ähnlich einem Spitzensportler. Dazu war für sie der Traum vom Modelleben zu wenig zwingend. Inzwischen modelt Nathalie Güdel deshalb nur noch im Nebenjob. Sie arbeitet Vollzeit als Sachbearbeiterin, kann aber frei nehmen, wenn ein Fotoshooting oder eine Modeshow ansteht, wie etwa kürzlich für Bally.

Ist sie traurig, dass es nicht geklappt hat mit der richtig grossen Modelkarriere? «Nein, das war ja meine Entscheidung.» So wie ihr Leben aussehe, sei es für sie «optimal».

Das Abenteuer ist vorbei

Im TV gehts nun um den Kick-out, das «Küken», die 17-jährige Janine, muss die Sendung verlassen, es gibt Tränen.

Nathalie Güdel lehnt sich entspannt auf dem Sofa zurück. «Supermodel» war für sie ein Abenteuer, eine Reise. Die Bernerin ist zurück im normalen Leben – und offenbar ganz glücklich darüber.

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