Bergbahn für 10 Millionen kann gebaut werden

Adelboden

Die Baubewilligung für die neue Höchst-Bahn im Skigebiet Adelboden-Lenk wurde erteilt. Bereits am kommenden Montag beginnen im Bergläger die Arbeiten.

Bergbahnen und Projekte im Gebiet Chuenisbärgli/Bergläger.

Bergbahnen und Projekte im Gebiet Chuenisbärgli/Bergläger.

Marius Aschwanden

Vor vier Jahren wurde mit derPlanung begonnen, jetzt liegt die Baubewilligung für die neue Sesselbahn vom Bergläger zum Höchsthorn vor. Mit dem 10,4 Millionen Franken teuren Projekt reagiert die Bergbahnen Adelboden AG (Baag) auf die auslaufende Konzession der im Jahr 1991 als Occasion gekauften Sesselbahn Rehärti. Vom Neubau würden nun die Bewohner und Gäste im Gebiet Boden besonders profitieren, steht in einer Medienmitteilung des Unternehmens vom Mittwoch.

«Denn so bekommen sie nicht nur besseren Zugang zur Skiregion, die Bahn fungiert abends auch als Rückbringer», schreiben die Verantwortlichen weiter. Gleichzeitig werden auch die Regionen Silleren und Chuenisbärgli miteinander verbunden. So entstehe zudem «eine attraktive neue Piste von Höchst nach Bergläger, die durch ihre Schattenlage bis in den Frühling hinein gute Schneequalität garantiert».

Gedrängtes Programm

Der Baustart für die neue Bahn ist bereits am kommenden Montag. Trotz guter Pistenverhältnisse ist am Chuenisbärgli dann auch die Wintersaison vorbei. «Als Erstes stehen Rodungsarbeiten an. Für diese haben wir nur ein kleines Zeitfenster, da wir später aufgrund der Brutzeit der Vögel nicht mehr roden können. Aus Sicherheitsgründen haben wir uns deshalb für die vorzeitige Schliessung entschieden», sagt Fritz Jost, Leiter Technik/Berg der Baag.

Im Sommer sollen dann auch die Sesselbahn Rehärti, zwei Kleinlifte beim Eselmoos und der Skilift Höchst rückgebaut werden. Dadurch werde die Kapazität der Station Bergläger erhöht, weil die Gondelbahn Oey-Sillerenbühl künftig im Eselmoos nicht mehr hält. Auf die Skisaison 2015/2016 schliesslich soll die neue Bahn in Betrieb genommen werden.

Es handelt sich dabei um eine kuppelbare Vierersesselbahn mit Witterungsschutzhauben für den Sommer- und den Winterbetrieb. Die Beförderungskapazität der 55 Sessel beträgt 1500 Personen pro Stunde. Die Talstation ist bei der bisherigen Silleren-Mittelstation Bergläger auf 1488 Meter über Meer, die Bergstation liegt auf 1885 Meter über Meer.

Für die Überwindung der 397 Meter Höhendifferenz und der schrägen Länge von 1124 Meter sind zehn neue Masten vorgesehen. Im Investitionsvolumen von gesamthaft 10,4 Millionen Franken sind neben dem Bahnneubau auch Beschneiung, Pistenkorrekturen und Geländemodulationen inbegriffen.

Bahn ist nicht unumstritten

Auch wenn gegen die neue Sesselbahn während des Genehmigungsverfahrens keine Einsprachen eingingen, ist das Projekt nicht unumstritten: Der ehemalige Baag-Verwaltungsratspräsident Jean-Rolf Pieren äusserte in der Vergangenheit mehrmals seinen Unmut über die Pläne der Bergbahnen. Er kritisierte etwa, dass die Bahn kaum neue Frequenzen bringe, ein finanzielles Risiko sei und in einem Schattenhang gebaut werde. Pieren hätte entsprechend einen Neubau der Rehärti-Bahn bevorzugt.

Der Kritik des ehemaligen Präsidenten hielten Baag-Direktor Markus Hostettler und Emanuel Aellig, aktueller VR-Präsident, stets entgegen. Als Teil des Gesamtsystems an Bahnen und Liften sei der Neubau Bergläger-Höchst die effizienteste Lösung, hiess es. Die Bahn alleine werde aber nicht rentieren, bestätigte Aellig bereits vor zwei Jahren. Das hätte aber auch eine neue Rehärti-Bahn nicht, so der VR-Präsident.

Keine Downhillstrecke

Der Neubau werde jedoch das Angebot auch während der Sommersaison erweitern – so etwa durch das Netz von Panorama- und Höhenwegen im Gebiet Höchst–Bütschi–Hahnenmoos– Silleren. Zusätzlich biete sich mit der neuen Verbindung eine Ausweitung des Trotti-Landes an.

Vorerst vom Tisch hingegen ist der Bau einer Downhillstrecke für Mountainbiker. «Wir haben dafür schlicht keine wirtschaftliche Lösung gefunden», sagt Jost. Vorgesehen ist gemäss der Medienmitteilung, den Betrieb der neuen Bahn im Sommer 2016 jeweils an den Wochenenden zu testen.

Berner Oberländer

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