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Berner wegen Misswirtschaft verurteilt

Das Kreisgericht Thun verurteilte einen Mann wegen Misswirtschaft und Verkehrsdelikten zu 20 Monaten Gefängnis bedingt.

Der heute 37-jährige Berner stand wegen mehrerer Delikte vor dem Kreisgericht Thun. Die einen Straftaten standen im Zusammenhang mit dem Konkurs seines Geschäftes in Bern. Eine grosse Zahl betraf Vergehen gegen das Strassenverkehrsgesetz und eine weitere Gruppe von Vorfällen stand im Zusammenhang mit dem Kauf und Verkauf von Mobiltelefonen.

Mit Geschäft gescheitert

Ohne einen Franken Eigenkapital mietete der Mann 2002 in Bern ein Geschäftslokal. Die Miete betrug 17'500 Franken im Monat. Doch er glaubte, dass sich das Geschäft lohnen würden, denn er übernahm das Konzept des Vorgängers. Was er nicht richtig beurteilt hatte, waren die Warenkosten und andere Aufwendungen, denn obwohl er die Umsatzzahlen des Vorgängers erreichte, geriet er mit dem Mietzins in Rückstand. Er hatte keine genaue Übersicht über den Geschäftsgang, weil er die Buchhaltung vernachlässigte. 2005 kam es zum Konkurs. Der Anwalt des Berners beantragte, ihn vom Vorwurf der Misswirtschaft freizusprechen, denn eine wichtige Voraussetzung für Misswirtschaft fehle. Sein Klient habe keine gewagten Spekulationen betrieben. Es sei nicht strafbar, wenn jemand versuche, sich selbständig zu machen und dann scheitere.

Betrug mit Handy-Vertrag

Nachdem sein Geschäft gescheitert war, befand sich der Mann in finanziellen Nöten. Er begann, mit gefälschten Ausweisen von Ausländern in Handy-Shops Verträge für Mobiltelefone abzuschliessen. Dank dieser Verträge bekam er die Telefone umsonst. Diese verkaufte er anschliessend auf der Gasse. Sein Verteidiger beantragte einen Freispruch vom Vorwurf des Betruges, denn die Dokumente seien plumpe, leicht erkannbare Fälschungen gewesen. Von arglistiger Täuschung als Voraussetzung für einen Betrugsvorwurf könne keine Rede sein.

Viele Vorstrafen

2008 wurde er kontrolliert, als er mit zu viel Alkohol im Blut im Auto unterwegs war. Er musste den Führerschein abgeben. Als er einmal ohne Ausweis erwischt wurde, nannte er den Namen seines Bruder, später floh er halsbrecherisch vor einer Polizeikontrolle, wobei er mehrere Verkehrsregeln verletzte. Für diese bezahlt er nun eine Busse von 500 Franken. Alle Vorstrafen des Mannes, es sei eine lange Liste, erklärte Gerichtspräsident Jürg Santschi, betreffen Verkehrsdelikte.

Eine bedingte Strafe

Das Kreisgericht Thun folgte dem Verteidiger und verurteilte den Berner zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 20 Monaten. Dem Mann kam zu gute, dass er heute eine gute Anstellung hat und bereits einen Teil der Schulden aus dem Konkurs zurückzahlen konnte. Das Kreisgericht sprach den Mann vom Betrug frei. Es sei Aufgabe der Verkäufer, die Dokumente zu prüfen. Hätten sie es gemacht, hätten sie die Fälschung bemerkt. Verurteilt wurde er hingegen wegen Misswirtschaft. Dies deshalb, weil über längere Zeit keine Buchhaltung geführt und kein Abschluss gemacht worden sei. Der Berner muss zudem eine Busse von 2000 Franken und die Verfahrenskosten bezahlen.

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