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Blendschutznetze werden montiert

Ende dieser Woche wird es im Spiezwilertunnel keinen irritierenden Lichteinfall mehr geben: Gestern begann die Montage von Blendschutznetzen. Damit hat der Kanton das Problem innert acht Monaten beheben können.

In voller Aktion: Ueli Leibundgut (links) und Castro Alcides vom Tiefbauamt gestern Morgen bei der Montage von einem der 20 Meter langen Kunststoffnetze. Diese sollen künftig dafür sorgen, dass es keinen irritierenden Lichteinfall mehr gibt in der Galerie des Spiezwilertunnels.
In voller Aktion: Ueli Leibundgut (links) und Castro Alcides vom Tiefbauamt gestern Morgen bei der Montage von einem der 20 Meter langen Kunststoffnetze. Diese sollen künftig dafür sorgen, dass es keinen irritierenden Lichteinfall mehr gibt in der Galerie des Spiezwilertunnels.
Markus Hubacher

Ende dieser Woche gehört der störende Wechsel zwischen Sonne und Schatten im Spiezwilertunnel der Vergangenheit an. Gestern hat in der Galerie des Tunnels der Einbau von Blendschutznetzen begonnen.

Mitte Februar erlitt ein Senior im 19 Jahre alten Tunnel einen starken epileptischen Anfall, der durch das flackernde Licht in der Galerie ausgelöst wurde. Bereits ein halbes Jahr zuvor hatte sich an derselben Stelle ein ähnlicher Vorfall ereignet. Besonders nachmittags fällt das Licht in der sich auf über 250 Meter erstreckenden Galerie an der Südseite des Tunnels irritierend auf die Fahrbahn.

Rasch gehandelt

Die Ehefrau des Anfallopfers wandte sich im März mit einer Bitte um einen Blendschutz an die Verkehrsdirektorin Barbara Egger (SP). Auch wenn das Phänomen dem Kanton vorher unbekannt gewesen war, liessen die Massnahmen nicht lange auf sich warten. Noch im selben Monat fanden erste Gespräche mit Beleuchtungsspezialisten statt.

Obschon von den Unfällen in den letzten 19 Jahren keiner auf die Lichtverhältnisse zurückzuführen ist, erachtete der Regierungsrat die Massnahmen als notwendig. Viele Autofahrer fühlen sich bei der Fahrt durch die Galerie verunsichert, also bestehe Handlungsbedarf. So antwortete der Regierungsrat auf eine Motion der Oberländer Grossräte Hans Schmid und Hans Rösti (SVP).

Im Juni wurden vom Tiefbauamt Netze getestet, die den Wechsel von Licht und Schatten abschwächen sollen. Die Öffnungen sollen mit feinmaschigen Kunststoffnetzen verschlossen werden, wobei das Netz eine minimale Lichtdurchlässigkeit aufweist, damit nicht die ganze Beleuchtungsanlage ersetzt werden muss. Die Tests verliefen positiv, deshalb wurde Mitte August entschieden, die Netze auf dem besagten Abschnitt zu montieren.

Einfache Lösung

Die Lösung ist simpel: 12 Stücke zu je 20 Metern grünes Kunststoffnetz werden jetzt zwischen den einzelnen Pfeilern befestigt. Dazu werden sie zuerst mit Spanngurten an den Säulen fixiert und zusätzlich mit Schrauben festgemacht, sodass die Konstruktion dem vom Verkehr verursachten Luftsog standhält.

Aus Sicherheitsgründen wird bis Freitag tagsüber die rechte Fahrspur abgesperrt, die Strecke bleibt jedoch befahrbar.

Bereits gestern Vormittag wurden zwei Netze montiert. Läuft alles nach Plan, werden die Arbeiten bis zum Wochenende abgeschlossen sein.

Bewährung im Winter

«Vor allem in den Wintermonaten zwischen Dezember und Februar wird sich mit der tief stehenden Sonne zeigen, ob diese Lösung wirksam ist», sagt Paride Pizzoferrato, der Projektleiter vom kantonalen Tiefbauamt.

Noch unklar ist, wie nach dem Einbau der Netze die Lichtverhältnisse in der Galerie aussehen. «Nächste Woche werden wir diese Frage mit dem Ingenieurbüro Rüegg und Partner aus Thun betrachten», meint Pizzoferrato.

Zwar sind Lampen schon vorhanden, jedoch ist noch offen, ob diese nun auch tagsüber angeschaltet werden müssten. Zudem könnte es sein, dass zu Beginn der Galerie eine Adaptionsbeleuchtung benötigt wird, wie sie an Tunneleingängen zur Angewöhnung der Pupille an die Dunkelheit üblich sind. Bis Ende Jahr sollen diese Anpassungen abgeschlossen sein.

Insgesamt belaufen sich die Kosten etwa auf 100'000 Franken. 60'000 bis 70'000 Franken kosten die Netze, grob geschätzt mit 30'000 Franken wird für die Anpassung der Beleuchtung gerechnet. Seit der Erkennung des Problems bis zu dessen Lösungsfindung hat der Kanton in diesem Fall nur acht Monate gebraucht.

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