Der Thuner Suppentag ist gerettet

Thun

Am Freitag findet er wieder statt. Das Weiterbestehen des traditionsreichen Thuner Suppentages war lange ungewiss, jetzt gibt es eine Nachfolgelösung.

Dieses Bild soll bald wieder alljährlich präsent sein. Es wird Suppe für einen guten Zweck ausgeschenkt.

Dieses Bild soll bald wieder alljährlich präsent sein. Es wird Suppe für einen guten Zweck ausgeschenkt.

(Bild: Marcel Bieri)

Nach einer über dreissigjährigen Geschichte drohte dem Thuner Suppentag das Aus. Als der örtliche Zivilschutzkommandant Martin Schmid die Unterstützung aufgrund schärferer kantonaler Vorgaben auf Anfang 2014 kündete, standen die Organisatoren um Udo Allgaier vor dem Nichts. Der Vorsteher der zwanzigköpfigen Arbeitsgruppe organisiert den ökumenischen Suppentag im Auftrag des Vereins Kirchen in Thun. Inzwischen konnte eine Nachfolge für den weichenden Zivilschutz gefunden werden. Morgen Freitag findet der erste Suppentag im neuen Kleid statt.

Neue Organisation

Durch den Wegfall der unentgeltlichen Unterstützung durch den Zivilschutz stand das Team um Allgaier vor grossen logistischen Herausforderungen. Die Lösung präsentiert sich nun in der Person von Susanna Ernst. Die Thuner Stadträtin (BDP) und ehemalige Zivilschutzkommandantin gründete mit weiteren ehemaligen Zivilschützern den Verein Alte Garde Zivilschutz Thun. «Das drohende Aus des Suppentages gab den Anstoss zur Gründung des Vereins», erläuterte sie.

Der Verein stellt sicher, dass Essensträger und Kochkisten zur Verfügung stehen, organisiert den Transport an die Abgabestellen und ist bei der Reinigung des Materials engagiert. «Es wäre schade, einen Anlass mit einer solch langen Geschichte und einem guten Zweck aussterben zu lassen», begründete sie ihre Motivation.

Der Verein wurde jedoch nicht ausschliesslich zu diesem Zweck gegründet: «Die Idee stand schon länger im Raum. Wir wollen alte Kameradschaften pflegen und gemeinnützige Projekte unterstützen», sagte Ernst.

Suppe für einen guten Zweck

An verschiedenen Lokalitäten in und um Thun wird morgen zwischen 10 und 13 Uhr Suppe ausgeschenkt (vgl. Hinweis am Textende). Den Preis können die Kunden selbst bestimmen. Der Erlös kommt vollumfänglich einem gemeinnützigen Projekt zugute, welches die beteiligten Kirchen sorgfältig auswählen.

Dieses Jahr soll ein Primarschulprojekt in Haiti unterstützt werden. Dort wird Kindern der Besuch einer Schule ermöglicht, Schulgebäude werden renoviert und Lehrkräfte bezahlt. In den letzten Jahren wurden jeweils 15'000 bis 20'000 Franken gesammelt. Die entstehenden Unkosten von 2500 bis 3000 Franken für Zutaten, Suppenbehälter und Drucksachen tragen die beteiligten Kirchen selbst. So wird sichergestellt, dass der Erlös zu hundert Prozent dem Gabenziel zugeführt werden kann.

Hobbyköche engagiert

Bereits am Donnerstagmorgen begannen die Vorbereitungen in der Küche der Zivilschutzanlage Thun. Pensionär und Hobbykoch Peter Zurbeck ist Mitglied der Bärentatzen-Küche und hat dort einen Mitstreiter in seiner Sache gefunden. Zusammen mit einem weiteren Hobbykoch ist das Team für den Einkauf und die Zubereitung der insgesamt 760 Liter Suppe besorgt.

Den Kontakt knüpfte Susanna Ernst über gemeinsame Bekannte. «Als Pensionär möchte ich der Gemeinschaft etwas zurückgeben. Wenn ich dies gerade noch mit meinem Hobby verbinden kann, so gewinnen alle», sagte Zurbeck. Die grösste Herausforderung sieht er in der Zubereitung. «Wir werden die Suppe in mehreren Etappen kochen müssen, damit wir auf die benötigte Menge kommen. Das heisst, sobald wir einen Topf Suppe fertig haben, geben wir diese in Sammelbehälter und beginnen von vorne. Das Ganze werden wir sieben bis acht Mal wiederholen, bis die rund 3000 Portionen angerichtet sind», erklärte Zurbeck.

Am Freitagmorgen wird die Suppe vom Verein Alte Garde Zivilschutz Thun an die Ausgabestellen verteilt. Ausgeschenkt wird die Suppe wie gehabt von Mitgliedern der Kirchen in Thun. Mit dieser neuen Aufgabenteilung sind die Verantwortlichen optimistisch, den Thuner Suppentag weiter am Leben erhalten zu können.

Thuner Tagblatt

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