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Deutsche unverletzt geborgen

Vier deutsche Bergsteiger, die beim Jungfraugipfel blockiert waren, konnten in einer Nachtaktion unverletzt geborgen werden.

In der Nähe des Jungfraugipfels (Bild) wurden die Deutschen geborgen.
In der Nähe des Jungfraugipfels (Bild) wurden die Deutschen geborgen.
Bruno Petroni

Vier deutsche Bergsteiger waren am Montag um 5 Uhr bei der Rottalhütte gestartet, um die Jungfrau über den Rottalgrat zu besteigen. Im Laufe des Tages setzte Föhn ein und hüllte die Nordabdachung der Jungfrau in immer dichter werdenden Nebel ein. Am Nachmittag verloren die vier Bergsteiger auf dem Hochfirn im dichten Nebel die Orientierung und alarmierten mit ihren Handys um 17.55 Uhr die Bergretter.

Urs Schäfer, Rettungschef der SAC-Rettungsstation Lauterbrunnen, erklärt nun: «Gemäss ihren Angaben befanden sie sich auf einer Höhe von etwa 4100 m ü.M. in der Nähe eines Bergschrundes, wobei eine Person etwas unterkühlt gewesen sei. Aufgrund ihrer Beschreibung mussten wir annehmen, dass sich die verirrten Bergsteiger etwa am gleichen Ort befanden wie die Niederländer, die am 27.Juli blockiert waren und sich ebenfalls im Nebel verirrt hatten.»

Da sich in der Zwischenzeit der Föhn zu einem starken Föhnsturm mit Windgeschwindigkeiten von 70 bis 80 Stundenkilometern entwickelt hatte, wurden die vier Alpinisten wiederum angewiesen, sich ruhig zu verhalten und vor Ort zu bleiben.

Kombinierte Aktion

Nach einer Lagebeurteilung zusammen mit der Air Glaciers und unter Berücksichtigung der Meteo entschlossen sich die Retter, in einer kombinierten Aktion sowohl aus der Luft als auch vom Boden aus die vier Alpinisten noch am gleichen Abend zu bergen. Der Versuch, ab 18.10 Uhr mit einem Helikopter Ecureuil in die Nähe des Blockierungsortes zu gelangen, musste wegen des starken Föhnsturms jedoch abgebrochen werden.

«Erst mit einem Helikopter des Typs Lama der Air Glaciers gelang es unter den schwierigen Bedingungen, Bergführer auf dem Hochfirn abzusetzen», rapportiert Urs Schäfer. Die Bergretter stiegen nun zu Fuss zu den blockierten Deutschen auf und konnten nach einiger Zeit Kontakt mit ihnen aufnehmen. Sie befanden sich tatsächlich genau am gleichen Ort wie Ende Juli die zwei Niederländer.

Rettung am Seil

Da eine direkte Bergung mit dem Helikopter wegen des Föhnsturms nicht möglich war, wurde von den Bergführern mit dem mitgeführten Material ein 360 Meter langes Fixseil Richtung Rottalgrat erstellt. Anschliessend erfolgte der Abstieg mit den vier Blockierten entlang dem Fixseil. Auf einer Höhe von rund 3800 m ü.M gelang es dem Helikopterpiloten, ab 22 Uhr trotz Föhnsturm alle Beteiligten in mehreren Flügen mit dem Zentralseil zu bergen und nach Lauterbrunnen zu transportieren. Um Mitternacht waren alle wieder auf dem Heliport. Bei dieser Rettungsaktion standen 16 Bergretter der SAC-Rettungsstationen Lauterbrunnen und Grindelwald sowie drei Helikopter der Air Glaciers und Mitarbeiter der Kantonspolizei im Einsatz.

BO/pd

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