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Die «alte Dame» auf dem Monopoly-Brett

Eines der weltweit erfolgreichsten Brettspiele ziert in diesem Sommer die Bühne der Thunerseespiele. Das Bühnenbild zu «Der Besuch der alten Dame – das Musical» ist als Monopoly-Spiel angelegt.

Ein Spielbrett als Bühne: So wie auf diesem Modell präsentiert sich diesen Sommer die Bühne der Thunerseespiele.
Ein Spielbrett als Bühne: So wie auf diesem Modell präsentiert sich diesen Sommer die Bühne der Thunerseespiele.
zvg

Ab dem 16.Juli wird auf der Seebühne des Thunersees gespielt – auch im übertragenden Sinn, denn die 28 mal 28 Meter grosse Bühne ist als Monopoly-Spiel angelegt. Auf der Thuner Umsetzung des beliebten Brettspiels tragen die Spielfelder aber nicht Namen wie «Bern, Bundesplatz» oder «Zürich, Bahnhofstrasse», sondern werden nach den Schauplätzen von Güllen benannt. Güllen, die Kleinstadt, die schon bessere Tage gesehen hat. Bis eben Claire Zachanassian ihren Besuch ankündigt. Nebst Ills Laden findet man auch den «Bahnhof» oder die geschlossenen Geschäfte der verarmten Kleinstadt als Spielfelder.

Renommierter Bühnenbildner

Für den renommierten Bühnenbildner Heinz Hauser, der bereits mehrfach von Fachzeitschriften als Bühnenbildner des Jahres nominiert war, ist die Arbeit für die Thunerseespiele eine grosse Freude. Die Idee mit dem Monopoly-Spiel kristallisierte sich bereits beim ersten Treffen mit Regisseur Andreas Gergen heraus – denn was passt besser zum geldgierigen Güllener Volk? Wichtig war ihm bei der Kreation, dass das Bühnenbild eine surreale Wirkung hat und so zu der modernen Umsetzung des Musicals passt. Die Materialen sind entsprechend: Nebst dem Stahlgerüst als Unterbau wird das Bühnenbild zu einem grossen Teil aus Holz gebaut. Teile davon werden versiegelt sein, da als Effekt auch Wasser (symbolisch für die Gülle) im Bühnenbild vorkommt und die Darsteller diese Sequenzen in Gummistiefeln spielen müssen. Ebenso kommen moderne Materialien wie Aluprofile und Neonflex-Lichtschläuche zum Einsatz.

Martin Schläpfer, der technische Leiter der Thunerseespiele, bekräftigt: «Fast die gesamten Arbeiten zur Produktion des Bühnenbildes werden in der Schweiz ausgeführt – wir bestimmen momentan die verschiedenen Unternehmer. Einige Teile werden auch gemietet – aber klar ist: Bis Ende Juni muss das Bühnenbild fertig sein.»

Sichtbare Verwandlung

Die Verwandlung der Stadt Güllen vom armen, verfallenen Städtchen zur reichen, schmucken Stadt wird Schritt für Schritt im Bühnenbild erkennbar. So richten sich die Alustangen, welche Güllens Häuser symbolisieren, mit dem Reichtum der Stadt nach und nach auf. Mithilfe von Lichteffekten fühlt sich der Zuschauer sogar fast in eine amerikanische Glitzerwelt versetzt. Heinz Hauser meint dazu: «Am Ende ist die Kleinstadt ein bisschen wie die Güllener Antwort auf Las Vegas. Ich freue mich auf den Moment, wo das Bühnenbild zu blühen und zu glühen beginnt. Und das mit Ausblick auf Eiger, Mönch und Jungfrau.»

Nebst den Originalschauplätzen aus Dürrenmatts Original, welche im Spielbrett integriert sind, findet sich auch der Konradsweiler Wald im Bühnenbild wieder. Passend zur Monopoly-Umsetzung wird auch der Wald symbolisch abgebildet – auf der Bühne wird dieser als Wiese mit einer Sitzbank umgesetzt. Hier schauen Claire Zachanassian und Alfred Ill auf ihre gemeinsame Vergangenheit zurück und erinnern sich, wie es früher war. Umgesetzt wird dies mithilfe zweier Rollen, die Claire und Alfred als junges, verliebtes Paar zeigen. In Duetten und Quartetten besingen sie das, was war und was hätte sein können.

Bei «Der Besuch der alten Dame – das Musical» handelt es sich um die elfte Produktion der Thunerseespiele. 29 Abendvorstellungen und zwei Matineen sind geplant.

Thuner Tagblatt/pd

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