Die Schönsten sind gewählt

Frutigen

An der 7. Amtsschau, die nur alle sechs Jahre durchgeführt wird, war die Spannung gross, welcher Bauernbetrieb einen der fünfzehn beliebten Misstitel und eine Treichel mit heimnehmen können würde.

Zur Miss Simmental wurde die Kuh Aloma, eine Unic-Tochter von Gilgian Brügger, Frutigen, gekürt.

Zur Miss Simmental wurde die Kuh Aloma, eine Unic-Tochter von Gilgian Brügger, Frutigen, gekürt.

(Bild: Rösi Reichen)

15 Misstitel wurden in Frutigen vergeben, diesmal nicht an schöne Frauen, aber an von vielen Zaungästen nicht minder bewunderte Kühe. Bei der mit 95 Kühen grössten Sektion, den reinen Simmentaler Kühen, wurde der Misstitel an Aloma von Gilgian Brügger, Frutigen, vergeben, während das Euter der sechsjährigen Kuh Jana von Melchior Grossen, Kandergrund, den Experten am besten gefiel. Am Vormittag wurde Mass genommen, eingestellt, quasi die Zwischenzeit gestoppt, am Nachmittag ging es um den Sieg und wie bei Weltcuprennen um Nuancen. «Die Qualität der 95 reinen Simmentaler Kühen ist Weltklasse, phänomenal, abnormal, absolut top», lobte der Richter Christian Tschiemer aus Habkern, der schon vor sechs Jahren an der letzten Amtsschau die Aufgabe als Richter wahrnahm und sich noch an die Tiere erinnerte.

Er erläuterte im Gespräch: «Die Simmentaler Rasse passt in die Gegend von Frutigen und gibt ein gutes Bild ab.» Frutigen stelle hier und heute bestens herausgeputzte Tiere in hoher und ausgeglichener Qualität vor, ja sogar nationale Spitzentiere, die an Ausstellungen in den höchsten Ligen mitmachten. Dem pflichtete schon vorher ein Besucher beim Betrachten der ausgestellten Tiere bei: «Das Amt Frutigen ist stark in Reinzucht.» Die Zuschauer fieberten mit und kalkulierten. Einer gratulierte Melchior Grossen zum Schöneutertitel seiner Kuh Jana und meinte: «I has doch no gsinnet.» Richter Stefan Schumacher lobte die blitzblank gewaschenen und gestriegelten 43 Kühe der Rasse Swiss Fleckvieh. Die Qualität war hoch. Auch bei dieser Rasse waren Kühe dabei, die schon an Ausstellungen Misstitel und Schöneuterauszeichnungen geholt hatten. Zur Sektion Red Holstein/Holstein meinte der Richter Niklaus Krebs: «Klein, aber fein.» Die Qualität sei gut bei den 14 aufgeführten Kühen in den Stammlanden der reinen Simmentaler.

Weitsicht bewiesen

Der Grossrat Hans Schmid lobte die Organisatoren und den Anlass: «Die Kinder können in ein paar Jahren an ihre Erinnerungen anknüpfen und sich für die Landwirtschaft begeistern.» Auch den Vorfahren wand er ein Kränzchen: «Sie haben mutig und weitsichtig gehandelt mit der Gründung der ersten Viehzuchtgenossenschaften vor hundert Jahren und so gemeinsam die Zucht verbessert und Frutigen zu einem bekannten Ort gemacht.» Er dankte den heutigen Landwirten für ihren Einsatz, die Pflege von Wiesen, Weiden und Alpen, die die Region für den Tourismus erst so attraktiv machen.

An der 7.Amtsschau in Frutigen haben 152 Betriebe Kühe an den alle sechs Jahre stattfindenden Anlass gebracht und damit die Kapazität des Viehschauplatzes ausgeschöpft», gab der OK-Präsident Samuel Schmid Auskunft. Damit sei die Mehrzahl der 190 Bauernbetriebe mit einem Tier vertreten. Weiter wurden 10 Stiere präsentiert, und 50 Rinder von Jungzüchtern kämpften um Titel und Ehre. Auch für die Kinder gab es einen Höhepunkt: 17 originelle Paare präsentierten sich mit den Kälblein.

Die straffe und reibungslose Organisation zahlte sich aus. Der Anlass konnte um 15.30 Uhr abgeschlossen werden, die Tiere konnten nach und nach mit den auf dem Flugplatz stationierten Fahrzeugen von den Landwirten abgeholt werden. Das Wetterglück war auf der Seite der Organisatoren. Es war zwar kühl, aber meist trocken.

Thuner Tagblatt

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