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«Doldenhorn» und «Ruedihus» ausgezeichnet

Die Vergabe des Salz&Pfeffer Preises für das Gastrokonzept im «Doldenhorn» und «Ruedihus» ist einer der vielen Höhepunkte im Leben von Anne und René Maeder. Die beiden Betriebe brauchen die Zukunft nicht zu scheuen.

Anne und René Maeder geniessen die morgendliche Sonne auf der Liebeslaube neben dem Ruedihuus, wo ausschliesslich Produkte aus der Schweiz serviert werden.
Anne und René Maeder geniessen die morgendliche Sonne auf der Liebeslaube neben dem Ruedihuus, wo ausschliesslich Produkte aus der Schweiz serviert werden.
Blanca Burri

Mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben sind sie, die Maeders. Anne erscheint pünktlich zum Gesprächstermin. In der roten, sportlich eleganten dreiviertel Hose und Bluse sieht sie keck aus. Auch ihr Verstand ist wach. Nach vielen Jahren im harten Beruf des Gastgewerbes ist sie kein bisschen müde. Nicht einmal am Ende einer intensiven Sommersaison. Ihr Mann, René, kommt ein bisschen später. Nach dem ersten Kaffee ist auch er gewappnet für die vielen Fragen des Interviews.

Ein Zeichen gesetzt

Die Auszeichnung von GastroSuisse und dem Fachmagazin Salz&Pfeffer setzt für Maeders ein Zeichen. «Dass ein Vier-Sterne-Haus ohne Mäzen diesen Preis erhält, verleiht uns das Gefühl, etwas aufgebaut zu haben.» Es soll den kleinen und mittleren Familienbetrieben Mut machen weiterzufahren, meint der 55-Jährige.

Am Ausscheidungsverfahren haben zehn fachkundige Jurymitglieder mitgewirkt. Ein unangekündigter Besuch mit anschliessendem tiefgehendem Interview wurde durchgeführt. Die Kandersteger setzten sich gegen zwei Mitbewerber durch und wurden für die Kategorie Gastrokonzept Anfang September ausgezeichnet.

Das Gastrokonzept überzeugte die Jury einerseits durch die ehrliche Küche (15 Gault Millau Punkte) und andererseits durch die Tatsache, dass das Hotel topaktuell sei. «Maeders reinvestieren jeden Franken», so die Begründung der Jury.

Gäste investieren Geld Weitere Punkte wie Marketing, ethische Mitarbeiterphilosophie und Kontinuität wurden als positiv gewertet. «Ausschlaggebend war» laut Maeder, «dass wir die Hälfte des letzten Erweiterungsbaus von 2007 zur Hälfte mit Kapital unserer Gäste vollzogen haben.» Dieses Kapital muss jährlich zu 5 Prozent verzinst werden. Dazu die Jury: «Wie muss ein Gastgeber sein, damit die Gäste ihm solches Vertrauen entgegenbringen? Eben.»

Natur und Politik

«In der Natur kann ich Kraft tanken, ich wandere gerne», sagt die geschäftige Hotelière Anne Maeder. Sie hat aktiv am Verbandsleben teilgenommen und war sogar Prüfungsexpertin bei den Hotelfachassistentinnen. Als ihr Sohn Patric 1989 zur Welt kam, hat sich die Mannheimerin ein bisschen zurückgezogen und sich der Erziehung gewidmet. Im Rahmen der Ausbildung der Hotelfachschule Lausanne absolviert Patric zurzeit ein Praktikum in Schottland. Ob er dereinst das Erbe der Eltern übernehmen mag, steht noch in den Sternen.

René Maeder, dessen Eltern aus dem Welschland stammen, hat neben dem Curling vor allem die Politik ins Herz geschlossen. Während 20 Jahren war er bei der Gemeinde engagiert. Erst als Gemeinderat, dann als Gemeinderatspräsident; heute leitet er die Gemeindeversammlung.

Wert des Hauses erhalten

Im nächsten Jahr kandidiert der einstige Freisinnige und heutige Bürgerlich-Demokrate (BDP) sogar für den Grossen Rat. Bevor sich die Gastgeber von «Doldenhorn» und «Ruedihus» in zehn Jahren zur Ruhe setzen werden, haben sie noch einiges vor. «Wir wollen den Wert des Hauses erhalten! In dieser Zwischensaison renovieren wir das Gourmetstübli und die Zimmer im ältesten Teil des Hauses komplett», erklären Anne und René Maeder.

Der Kandersteger Adolf Ogi hat hohen Besuch ins Doldenhorn und ins Ruedihus gebracht. Prinz Charles und Kofi Annan konnten sich von den Kochkünsten des Gilde-Präsidenten Maeder überzeugen. Der Alt-Bundesrat hat die Laudatio an der feierlichen Übergabe des Pfefferpreises gehalten. Maeders werden von 40 Mitarbeitern unterstützt. Sie sind stolz darauf, in den wichtigsten Funktionen langjährige Mitarbeiter zu pflegen. Als Dank für den Pfefferpreis ist nun ein Fest für die Angestellten angesagt.

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