Zum Hauptinhalt springen

Drogenszene vertreibt Anwohner

Heikle Themen kamen bei der Sitzung des Grossen Gemeinderates Interlaken auf den Verhandlungstisch: Eines davon war die Drogenszene am Schuhgässli in Interlaken, die Politiker verschiedener Parteien beunruhigt.

Zwei Kantonspolizisten patrouillieren beim Schuhgässli in Interlaken.
Zwei Kantonspolizisten patrouillieren beim Schuhgässli in Interlaken.
Archiv BO / Blatter

Das Schuhgässli kommt nicht zur Ruhe. An der Höhematte gelegen, ist es zu einem Treffpunkt für allerlei besondere Gestalten geworden. An der Sitzung des Grossen Gemeinderates (GGR) Interlaken vom Dienstagabend machte Hans-Rudolf Burkhard (FDP) auf die Problematik aufmerksam. Offenbar besteht am Schuhgässli eine rege Drogenszene. Dies bestätigt unter anderem ein offener Brief dreier Familien, die an der paralellen Jungfraustrasse wohnen. Adressiert ist der Brief ausser an den Gemeindepräsident Urs Graf auch an Tourismus- und Hotelkreise und die Polizei. Darin ist allerlei zu lesen: Von Drogenhändlern über Drögeler bis hin zu Kampfhunden und leichtbekleideten Mädchen, die Alkohol trinken, von Abfall, Lärm und Autos, die mit quietschenden Reifen halten und wegfahren.

Familie ist weggezogen

Solche Beobachtungen sind für Anwohner eine untragbare Situation. «Eine Familie, die am Schuhgässli Wohneigentum erworben hat, ist aufgrund der nächtlichen Aktivitäten wieder weggezogen», sagt Burkhard. Aus der Drogenszene würden sich drei Problematiken ergeben: 1. Abschreckung der Touristen, 2. Angst der Bevölkerung und 3. Verlust von Steuer- einahmen, bedingt durch den Wegzug von verärgerten Anwohnern in andere Gemeinden. Im GGR habe man auf sein Ansinnen wohlwollend reagiert, sagt Burkhard. Von rechts und links habe es Unterstützung gegeben. «Jetzt muss etwas passieren, vor allem braucht es mehr Polizeipräsenz.»

Der Sprecher der Kantonspolizei, Heinz Pfeuti, nimmt dazu schriftlich Stellung: «Die Kantonspolizei hat Kenntnis, dass sich vor allem während der wärmeren Jahreszeit am Schuhgässli vornehmlich Jugendliche, aber auch Alkohol- und Drogenabhängige, aufhalten.» Die Situation würde Ernst genommen. Auch zur Nachtzeit würden Personenkontrollen erfolgen, Wegweisungen seien ebenfalls verfügt worden.

Im Jahr 2003 wurde im GGR eine dringliche Motion betreffend der Vorkommnisse im Schuhgässli abgeschrieben: Der Gemeinderat habe das Problem erkannt, hiess es damals. 2005 fand eine Razzia der Polizei statt, 25 Personen, meist Jugendliche aus der Region, wurden überprüft. Gegen zwei Personen wurden Anzeigen wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittel- und Waffengesetz eingereicht.

Sommer kommt wieder

Letztes Jahr wurde die bis dahin vorherrschende Szene der Alhoholiker weggewiesen. Was auch gelang – sie sind nun an der Kanalpromenade zu finden. Das wiederum zieht Beschwerden der Anwohner nach sich, wie Polizeiinspektor Hans Steiner, gestern erklärte: «Momentan ist die Szene beim Schuhgässli entschärft durch das Wetter.» Aber insgesamt sei die Situation für die Anwohner sei «nicht so, wie sie sein sollte». Die Patrouillen der Securitas, die im Auftrag der Gemeinde für Ruhe und Ordnung sorgten, könnten lediglich Präsenz markieren. «Sie haben nicht die Befugnis, Ausweiskontrollen zu machen oder jemanden festzuhalten.» Trotzdem hätten sie einigermassen für Ordnung gesorgt, eine Auswertung der Sommermonate erfolge noch. «Auch die Situation an der Kanalpromenade ist derzeit unproblematisch.» Er wisse aber nicht, wo sich die Leute aufhalten würden. «Sicher ist nur, der nächste Sommer kommt bestimmt.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch